Nach anderen großartigen Platten haben Jimmy Eat World Capitol in den Wind geschossen und alles was durch Plattenverkäufe und Nebenjobs eingenommen wurde in die Bandkasse geschmissen. Frei von allen Zwängen habe die Herren dann jede Entscheidung und das komplette Songwriting zusammen in Angriff genommen.

Nachdem nicht nur Label mit der Platte genervt wurden, hat man auch eine Promoversion mit drei Songs an Radiostationen geschickt, was zur Dauerrotation ohne fertig produziertes Album führte. Und dann ging mit Dreamworks auch alles ganz schnell.

Ich war 21 als dieser Meilenstein das Licht der Welt erblickte und die Welle der Emobands, die gemeinsam mit Melodycore, Punkrock und der einen oder anderen Hardcoreband mein Leben begleitete, wenn nicht sogar bestimmte, rollte über die Musiklandschaft.

Neben allen Trends und Schubladen, in denen man so schnell wieder verschwinden kann, ist Bleed American das von mir wohl meistgehörte Album geworden. Über die Jahre kann ich immer wieder mit „The Middle“ feiern, zu „The Sweetness“ mein Lenkrad kaputt trommeln und im Gegensatz dazu mit „Hear You Me“ oder „My Sundown“ genau die richtige Stimmung erzeugen um melancholische Fotos zu bearbeiten.

Insgesamt ist es das Gesamtpaket auf diesem Album, was mich mittlerweile 15 Jahre immer wieder fesselt, mitreisst und begeistert. Ich bemerke auch immer wieder das ich Vergleiche anstelle. „Aber nicht so gut wie Bleed American!“.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich ziemlich uncool nur oberflächlich mit allem danach beschäftigt habe, zwar durchaus die älteren Alben immer wieder höre, aber dieses Album auf einen eigenen Sockel stelle.

Nicht ohne Grund hat jeder zweite US-Teeniefilm im Stil von American Pie mindestens einen Song von diesem Album im Soundtrack. Die gelöste und trotzdem so melancholische Stimmung, die sich so butterweich ins Ohr schmeichelt, bringt auch mich immer wieder zum Mitsingen im Auto. Lautes Mitsingen. Mit komisch aussehen.

Aus diesen ganzen Gründen gehört die „Bleed American“ für mich auf jeden Fall in meine persönliche Hall of Fame. Selbst wenn mir dazu gerade keine Sauf-Kotzgeschichten einfallen. Vielleicht auch gerade deshalb. <3

 

  1. jimmy_eat_world-bleed_american_a
    Bleed American
    A Praise Chorus
    The Middle
    Your House
    Sweetness
    Hear You Me
    If You Don’t, Don’t
    Get It Faster
    Cautioners
    The Authority Song
    My Sundown