Die einen stecken den Sand in den Kopf (ähhh, ihr wisst schon) und resignieren aufgrund der momentanen aussichtslosen Lage auf der Welt – die anderen schreiben Mal eben ein Buch.

Zu zweiteren gehört zum Beispiel der Wahl-Hamburger Jan Off, der weniger durch leise literarische Töne, als eher durch seine treffenden Geschichten und Anekdoten aus dem Wahnsinn des Alltags bekannt ist.

Dieses Mal verschlägt es ihn in die Wirrungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg, der uns alle im Frühsommer 2017 bewegte und alle linken Zecken für einen kurzen aufwühlenden Moment auf die Revolution hat hoffen lassen – okay,  leider hat es schlussendlich eher eine blutige Nase gegeben, aber das ist eine andere Geschichte!

Naja, auf jeden Fall lässt Jan seine Protagonisten zeitlich versetzt an die eigene kleine Revolution glauben, auch wenn der Dilettantismus den Vieren immer wieder einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht.

Hier ein wenig Sex, dort ein paar Drugs an der falschen Stelle – bis auf den Rock n Roll ist alles dabei, was die Punks am Leben hält. Dazu noch eine versteckte Liebesgeschichte (quasi ein Buch im Buch), deren positives Ende ich insgeheim gewünscht hätte – aber vielleicht gönnt uns der Punk-Autor ja irgendwann einen zweiten Teil… der bemitleidenswerte arme Kerl hat es definitiv verdient, oder Jan?

„Nichts Wird Sich Niemals Nirgendwo Ändern“ ist ein kurzweiliges Stück gepflegter Links-Grün-versiffter Punk-Literatur, welches mich in Teilen an meine eigene kleine unbedeutenden Geschichte als junger Ruhrpott-Punk erinnert… denn wie man vor Cops oder Nazis abhaut, dass habe ich damals oft genug am eigenen Leib erfahren dürfen – und den Großen Mal gehörig ans Bein zu pinkeln, dass hat schon vor dreißig Jahren ordentlich Spaß gemacht!

Ach so, noch eben etwas zum Schluss… nach dem Lesen dieses Machwerks bekommen die Worte „der Baum brennt“ kurz vor dem Fest eine ganz neue Bedeutung – aber lest doch einfach selbst!

 

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