Die Wurzeln der in Irland residierenden Jailbirds liegen in Australien. Und das hört man auch. Denn die Grundlage des Sounds der jungen Truppe, die mit „The Great Escape“ ihr Debütalbum vorlegt, liegt im staubtrockenen Riffrock á la AC/DC und Rose Tattoo. Was aber nicht heißen soll, dass wir es hier mit einer reinen Abklatschtruppe wie Airbourne zu tun haben.

Nein, die Knastvögel musizieren wesentlich moderner und beweisen ein Händchen für schon fast poppig-eingänige Refrains. Hier spielt Frontmann Axel McDonald seine ganze Stärke aus und präsentiert sich als flexibler Sänger, der den Straßenköter genauso draufhat wie den sensiblen Liebhaber. Durchaus ein Plus an Eigenständigkeit im sonst so abgegrasten Hardrock-Gebiet.

Allzu weit von den Wurzeln entfernt man sich allerdings nie, was besonders eine Nummer wie „Underdog“ beweist, die in Sachen Sound 1:1 nach Angus Young & Co. klingt. Tribut oder reine Kopie? Im Zweifel für den Angeklagten würde ich da mal sagen… Ansonsten schwanken die Songs zwischen trockenen Gipfelstürmern und lässig rausgehauenen Rock’n’Roll-Nummern mit Mitgrölpotenzial. Das mit einem bluesigen Unterton versehene, ruhigere „Shadow Of Love“ hebt sich klanglich etwas ab. Ansonsten gibt mein seine Visitenkarte mit eingängigen Songs wie „Loose Cannon“, „Thrill Of The Chase“ oder dem Titeltrack „The Great Escape“ ab.

Was bleibt als Fazit? Wertekonservativer Hard Rock der alten Schule frisch eingetütet! Das macht Laune, auch wenn es nicht gerade die Welt aus den Angeln hebt. Als Soundtrack für den Sommer oder als Anheizer in schwitzigen Club durchaus geeignet!

 

Trackliste:
1. The Great Escape
2. Loose Cannon
3. Nothing Good Lasts Forever
4. Shadow Of Love
5. Thrill Of The Chase
6. Underdog
7. Fight Or Flight
8. The Pilot

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Jailbirds - The Great Escape (Golden Robot Records, 05.07.2019)
3.8Gesamtwertung