Issues kommen mit ihrem zweiten Album „Headspace“ und versuchen dabei einen Spagat zwischen Emo, Hardcore, Poppunk, Crossover,  Metalcore und einigen elektronischen Spritzern als Garnitur. Ob das alles so funktioniert, könnt ihr hier lesen.

Also eine Sache kann man der Band aus dem Hause „Rise Records“ auf jeden Fall nicht vorwerfen: Einseitigkeit. Hier wird sich teilweise in einem Song durch so ziemlich alle Gitarrenmusikabteilungen gearbeitet und dabei bleibt der Sound durchgehend auf hohem Niveau.

Ich hör die „TrVe“-Abteilung zwar schon wieder „modernes Teufelszeug“ schreien, aber sollen sie doch. Mir persönlich fehlt hier eine Ecke und da eine Kante, da das gesamte Album natürlich fett produziert ist und bei dem wilden Stilmix nicht noch Platz für besagtes Stück Persönlichkeit war, aber ich denke das dürfte die Zielgruppe nicht stören. Diese bewegt sich im Bereich U25 und dürfte diese Platte abfeiern.

Gleich der Opener „The Realest“ startet mit einem das Intro umreissenden Crossoverhardcoremix, der mich erstmal total begeistert. Gleich anschließend setzt der cleane Emogesang ein, dem ich auch kein Poppunk durchgehen lasse, da ich sofort fiese 90er Friesen und schwarz lackierte Fingernägel vor Augen habe. Das allerdings gemixt mit Schreieinlagen und dem ungewöhnlichen Sound, der auch vor kurzen Pianosprenkeln nicht zurück schreckt, macht es wieder interessant. Wenn auch zu hektisch für mich.

Ich hab keine Ahnung woran es liegt oder ob ich einfach zu alt bin, aber besonders das abwechselnd cleane und schreiende im Gesang, ist so wie bereits tausendfach gehört. Zwar nett gemacht mit den vielen Stilwechseln und fett produziert, aber lange nicht so spannend und neu wie es gern sein möchte. Trotzdem auf jeden Fall ein Pflichtkauf für den jungen Genrefan.

RR323

Issues - Headspace (Rise Records, 20.05.2016)
3.3Gesamtwertung