Am 23.06. erscheint das neue Montreal Album „Schackilacki“ und ich hatte das große Glück mir die einzelnen Songs schon etwas genauer anschauen, oder besser gesagt anhören zu dürfen. Passend dazu würde ich euch heute gerne die eine oder andere Frage hierzu, aber auch zu weiteren Themen stellen.

Nun aber genug der vielen Worte… jetzt geht`s los:

 

Max, Yonas und Hirsch, erklärt mal doch bitte, wie Ihr auf diesen Album Titel kommt?
Schackilacki als Begriff ist schon seit Ewigkeiten fester Bestandteil im Wortschatz von unserem Freundeskreis – entstanden zusammen mit der Sondaschule. Er steht für alles, was irgendwie nach vorne geht und betont gleichzeitig eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Universum und all seinen Problemen. Zudem hatte Schackilacki nur 2 Treffer bei Google, da haben wir zugeschlagen (mit dem freundlichen Segen der Sondaschule natürlich).

Wie sieht für euch ein „Schackilacki“ Samstagabend aus – der Liedtext ist da doch hoffentlich überspitzt?
Alles kann, nichts muss – aber vieles sollte!

Mit dem Vorgängeralbum „Sonic Ballroom“ wart ihr erstmals in den Deutschen Album-Charts vertreten – gibt es daher eine Erwartungshaltung für „Schackilacki“?
Nö. Es ist ja einfach so, dass von Album zu Album, das wir rausbringen die allgemeinen Plattenverkäufe immer weiter sinken und somit auch kleinere Bands mit 1000 verkauften Platten einfach so charten. Klar finden wir das irgendwie witzig, wenn man da auf dieser Liste seine Platte zwischen den ganzen „berühmten“ Musikern findet, aber es ändert für uns nichts und daher ist es uns wumpe. Wichtiger ist uns, dass unsere Hörer die Platte auch mögen und dass sie Bock drauf haben, diese Live zu erleben.

Mal so nebenbei, wann wart ihr eigentlich zuletzt in Osnabrück? Und viel wichtiger, wie kam der Song überhaupt zustande?
Ich war letzten November zuletzt da – auf einem Konzert von Nada Surf im Rosenhof. Das Publikum war – sagen wir mal – schwierig und auch sonst war das wieder mal ein holpriger Aufenthalt da. Auf dem Rückweg in der Bahn hab ich dann den Text geschrieben. Auch als Band war unser Verhältnis zu der Stadt nie wirklich gut. Bis wir vor ein paar Jahren die kleine Freiheit entdeckt haben – seitdem geht es aufwärts!

Wenn wir schon einmal bei der Song-Analyse sind… was genau hat euch eigentlich zum Song „120 Sekunden“ inspiriert?
Den Liedtext habe ich ohne Witz ziemlich genauso geträumt! Das ist natürlich in einer Albumschreibphase das Beste, was dir passieren kann: Aufwachen, Lied im Kopf haben, aufschreiben – fertig. Allerdings waren es anfangs 180 Sekunden – das war uns aber musikalisch dann viiieeel zu lang und drei/zwei läßt sich zum Glück recht schnell austauschen.

Neben euren musikalischen Aktivitäten zeichnet ihr euch ja zusätzlich durch euer soziales Engagement aus. Nun wart ihr letztes Jahr für Viva con Aqua in Addis Adeba. Was habt ihr dort für Erfahrungen gemacht…. Und wie sehr hat euch das Erlebte beim Schreiben der neuen Songs bzw. anderweitig beeinflusst?
Die ganze Reise war super interessant, weil wir aus nächster Nähe sehen konnten, was Entwicklungszusammenarbeit bedeutet, wie sie vor Ort aussieht und wo es Probleme auf dem Weg von Idee bis zur Umsetzung eines konkreten Projektes, wie zum Beispiel dem Bau eines Brunnens für ein Dorf oder einer Latrine für ein Krankenhaus gibt. Das würde jetzt den Rahmen sprengen, aber es sei jedem ans Herz gelegt, sich mal die Projekte von Viva Con Aqua auf deren Seite anzusehen – die packen schon einiges an und haben unglaubliches auf die Beine gestellt! In den Liedern der neuen Platte findet man aber nichts wieder davon – das irgendwie elegant und sinnvoll in ein 2-3 Lied zu packen wäre uns dann doch etwas zu hoch.

Ihr seid bekannt dafür, gerne auf die Live-Bühne zu gehen und viel mit dem Publikum zu kommunizieren… wie sind eure Konzerte bzw. wie seid ihr in Äthiopien angekommen?
Dazu sei erstmal gesagt, dass Rock- oder gar Punkmusik nicht ansatzweise verbreitet sind in Äthiopien – es gibt zum Beispiel genau einen Radiosender, der genau eine Sendung mit verzerrter Gitarrenmusik hat. Diese Sendung hat allerdings eine sehr eingeschworene Zuhörerschaft und die kam dann geschlossen zu unseren Konzerten. Man muss sich also vorstellen, dass die Jungs und Mädels für ihr Leben gerne Gitarrenmusik hören und dann kommt eine Band daher und spielt eben genau sowas live – wir standen mit offenen Mündern da und konnten nicht so recht glauben, was sich uns da für schöne Bilder boten. Zwischen den Liedern konnten wir gar nicht mal so viel sagen, weil es ein Gekreische wie zu Beatles Zeiten gab. Aber natürlich kannte da niemand unsere Musik und es ging auch nicht um uns als Band – einfach die Tatsache, dass es irgendeine Form von Rockmusik gab, löste diese grandiose Energieentladung aus.

Stichwort Social Media –  wir als Online-Magazin leben ja quasi davon … wie wichtig ist es für euch dort präsent zu sein und betreibt ihr eure Kanäle selbst?
Klar bespielen wir alle Kanäle selbst, auch wenn wir persönlich sehr gut ohne könnten und privat sicher nicht vertreten wären. Aber für eine Band im Jahr 2017 ist es einfach schon eine sehr bequeme und direkte Kommunikations- und Verbreitungsmöglichkeit.

Max Power, wie gefällt es dir, dass Du mit deinem Song „I wish Max Power rule the World“ von einem dreijährigen am Wohnzimmertisch besungen wird. Es gab da ja so ein Video bei Facebook.
Fremdsprachen kann man ja gar nicht früh genug erlernen – und dann noch mit DEM Lied… da gibt es doch schon schlimmeres im Netz.

Yonas, Du bist Richter am Sozialgericht. Wie oft wurdest Du trotz Robe erkannt oder gar angesprochen?
Trotz? Wegen! Einmal…

Hirsch, wie bist Du eigentlich zu diesen Namen gekommen?
http://www.punkname.de

Zu guter Letzt: Ihr seid gerne Live unterwegs – was können wir bei den kommenden Konzerten erwarten?
Wir werden Natur und örtliches Putzpersonal nicht mit den inzwischen fast obligatorischen Konfettikanonen belasten und auch sonst legen wir keinen großen Wert auf „Effekte“. Wir werden wie gewohnt einen bunten Blumenstrauß an Liedern von all unseren Alben dabei haben, einen kleinen Klönschnack mit den Leuten halten und irgendwann klatschnass von der Bühne kriechen.

Wollt ihr uns und euren Fans noch irgendwas mit auf den Weg geben?
Videos gehen immer:

 

Bis dahin, wir sehen uns bei Bochum Total…

 

MONTREAL – „SCHACKILACKI“ Tour 2017:
06.10.2017 Hannover, Musikzentrum
07.10.2017 Osnabrück, Kleine Freiheit
19.10.2017 Nürnberg, Club Stereo
20.10.2017 Zürich (CH), Dynamo21
21.10.2017 Stuttgart, Club Cann
26.10.2017 Dortmund, FZW Club
27.10.2017 Köln, Underground
28.10.2017 Bremen, Tower
03.11.2017 Wiesbaden, Schlachthof
16.11.2017 Leipzig, Conne Island
17.11.2017 München, Feierwerk
18.11.2017 Wien (AT), B72
22.12.2017 Berlin, SO36
23.12.2017 Hamburg, Markthalle

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