Am vergangenen Donnerstag war es so weit. Ich hatte mein aller erstes Interview. Gott, was war ich aufgeregt und das schon Tage vorher! Ein Glück hatte ich meine Freundin Lara an der Seite. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in die Höhle des Monsters. So zumindest der äußerliche Eindruck von Paul Doyle Caiafa oder besser bekannt als Doyle Wolfgang von Frankenstein, Gitarrist der legendären Band „The Misfits“ und auch Gitarrist seiner eigenen Band „Doyle“. Angekommen am „Wild at Heart“ in Berlin mussten wir noch eine geschlagene Stunde warten, in der wir uns fix in der Bar neben an ein bisschen Mut antranken. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens ging es dann auch schon los. Von seiner Assistentin wurden wir in den Tourbus gebracht, wo er sich gerade nur in Sporthose bekleidet, die Haare stylte. Nach unserer Beichte, dass es unser erstes Interview wäre und einem Kompliment seinerseits zu meinem lila Lippenstift, begann also das Gespräch mit einem mehr als sympathischen Mann. Sehr ruhig und absolut down to earth beantwortete er uns alle Fragen und schenkte uns auch noch eine seiner selbst gemachten „Doyle’s MADE IN HELL Hot Sauce“ Soßen (welche im ürbigen wahnsinnig gut ist!). Anschließend haben wir uns natürlich auch noch die Show angesehen und Fotos gemacht.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

Wie geht es dir heute Abend?
Mir geht es großartig.

Und wie läuft die Tour bisher?
Die Tour läuft sehr gut. Ich finde die Leute hier in Deutschland wirklich sehr, sehr nett.

Denkst du es gibt einen großen Unterschied, zwischen amerikanischen und europäischen Fans?
Ja, denke ich (lacht)! Ich mag die europäischen Fans viel mehr. Die amerikanischen Fans kommen nicht aus sich heraus. Sie genießen es einfach nicht so. Sie stehen da mit ihrem Handy in deinem Gesicht und filmen, davon bin ich kein großer Fan. Die Europäer sind meiner Meinung nach mehr Musikfans. Das ist auch der Grund, warum ihr die ganzen großartigen Festivals im Sommer habt und wir nicht, weil wir Idioten sind.

Aktuell bist du mit deinem Album „Abominator“ auf Tour und schon bald wird deine neue Platte „As We Die“ veröffentlicht. Was waren deine Gedanken als du mit diesem Album angefangen hast?
Ich habe eine sehr lange Zeit daran gearbeitet, mittlerweile hasse ich es. Am Freitag veröffentlichen wir bereits einen Song und auch die Vorbestellungen zum neuen Album laufen ab Freitag.
(Hier könnt ihr in den ersten Song „Run for your live“ vom neuen Album „As We Die“ reinhören.)

Was ist der größte Unterschied zwischen „Abominator“ und „As We Die“?
Der größte Unterschied ist, dass wir einen neuen Schalgzeuger haben. Sein Name ist Brandon Pertzborn, „The Crucher“. Er ist ein Frauenheld, also passt auf. Und wir haben einige Gäste auf dem Album. Wir haben Randy von Lamb of God in einem Song, er heißt „Virgin Sacrifice“. Und auf unserem Titeltrack „Kiss Me As We Die“ haben wir Alissa White-Gluz und Michael Amok von Arch Enemy.

Arbeitest du bereits an einem dritten Album?
Ja, ich arbeite bereits daran.

Du hast dein eigenes Label „Monsterman Records“. „Monsterman Records“ und EMP Label Group werden zusammen arbeiten, wie kam das zustande und was bedeutet das für „Monsterman Records“?
Ich kenne Dave von Megadeth seit über 20 Jahren und sie hatten Interesse, mit uns zusammen zu arbeiten. 
Mit Monsterman Records wollen wir kleine Bands untersützen, damit sie mehr an Bekanntheit erlangen und so Geld verdienen können um auf Tour zu gehen.

Du hast nicht nur dein eigenes Label, sondern baust auch deine eigenen Gitarren. Es gibt so viele verschiedene Gitarren da draußen, wie Gibson, ESP und so viele andere. Was hat dich dazu gebracht, deine eigene zu bauen?
Ich bin lange Zeit ein Maschinist gewesen. Also sah ich die Gitarre an, sah die Maschinen an und dachte ich kann das hier auch machen. Viele der Gitarren, die man bei den großen Firmen kaufen kann, werden auch von anderen Leuten gespielt. 
Ich möchte anders sein und nicht aussehen wie alle anderen. Außerdem ich habe sie so designed, wie ich sie spiele.

Wie lange dauert es, bis eine Gitarre fertig ist?
Eine verflucht lange Zeit! (lacht)

Ein eigenes Label, eine eigene Gitarre und auch noch eine eigene scharfe Soße! Du scheinst ein echt talentierter Typ zu sein. Wie kam es zu dieser Soße?
Ich bin mit Glen Danzigs persönlichem Assistenten wirklich gut befreundet. Er hat mich süchtig gemacht! Es war seine Idee, die Soße zu machen also haben wir es gemacht.

Seit 2014 bist du Veganer. Ist es schwer sich vegan zu ernähren während man auf Tour ist? Hast du Tipps für jemanden, der sich vegan ernähren will und der wie du viel unterwegs ist?
Nein, nein absolut nicht. Die Clubs machen uns oft veganes Essen. Vor allem Deutschland ist großartig für Veganer, oder? Wenn wir unterwegs sind, benutze ich gerne die „Happy Cow“-App, sie zeigt alle nahgelegenen Essensmöglichkeiten mit Bewertungen, Speisekarten und auch die Entfernung zu Fuß an. 
Als ich mein Equipment hier her geschickt habe, habe ich auch alle meine Proteinpulver und Proteinriegel mitgeschickt. Etwa 30 Kilo Protein.

Und was ist dein Lieblingsessen?
Haferflocken! (lacht)

Deine Freundin ist Alissa White-Gluz von Arch Enemy. Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Ihre Band vor Arch Enemy war als Supporter für Glen Danzig dabei, als ich mit Danzig auf Tour war und sie hat mich gejagt wie ein Tier.

Ihr seid ein wirklich gut aussehendes Paar und du bist offentlich gut in Form. Wie oft trainierst du, um dich fit zu halten?
Jeden Tag. Wir werden von „Power Block“ unterstützt. Wir haben einige Gewichte von ihnen bekommen.

Dein trainierter Körper ist mittlerweile eins deiner Makrkenzeichen neben deinem Make-Up und der Devilock. Wie lange brauchst du dafür?
Ich schaffe es in etwa einer Stunde.

Die Devilock ist doch sicher auch nervig beim Gitarre spielen, oder?
Beim Gitarre spielen stört sie gar nicht mal so, es sind mehr die alltäglichen Dinge wie Spaghetti essen.

Du bist überall bekannt als „Doyle Wolfgang von Frankenstein“. Wie kam es zu diesem Namen?
Mit dem Namen Doyle habe ich einen Freund meines Brudes geärgert, als ich klein war. Dann nannten sie mich so und der Name gehört zu mir. Wolfgang kommt von Eddie Munster, weil das sein Metal-Name ist. Eines Tages hörte ich wie seine Mutter ihn mit diesem Namen anschrie und ich dachte: Wow! Das ist ein großartiger Name. Und Frankenstein kennt ja jeder, oder?

Natürlich kennt man dich ebenfalls durch die legendäre Band „The Misfits“, eine Band die das Horror-Punk-Genre sehr geprägt hat und ein großes Idol für viele Musiker ist. Welche Band und Gitarristen haben dich inspiriert und beeinflusst?
Tausende, wirklich tausenden. Als ich ein Kind war mochte ich die Jungs aus der Band von Alice Cooper sehr gerne. Johnny Ramone, Jimmy Page…

Und warum hast du angefangen Gitarre zu spielen?
Um Frauen zu bekommen, aber es funktioniert nicht! (lacht)

Viele Fans warten gespannt darauf, dass es weitere Misfits-Reunion-Shows gibt wie im vergangenen Jahr. Gibt es Hoffnung, dass es auch dieses Jahr welche geben wird?
Darüber gab es bisher noch keine Gespräche.

Hast du einen guten Ratschlag an all die jungen Musiker da draußen?
Ja! Mein Ratschlag ist: Sitz nicht in eurem Zimmer und versucht zu lernen, wie man Gitarre spielt wie ein beschissenes Genie. Schnappt euch einen guten Sänger und lernt wie man gute Songs schreibt.

Vielen Dank Doyle, dass du dir die Zeit genommen hast, es war uns eine große Ehre!