Die drei Südküsten-Engländer von den Gnarwolves betouren momentan das europäische Festland mit ihrer neuen EP „Adolescence“ im Gepäck. Unsere Meinung zum Silberling findet ihr hier.
EP plus Tour ergeben natürlich eine ausgezeichnete Möglichkeit, ein kleines Email-Interview mit Bassist Charlie zu führen. Hier also unsere Fragen und Charlies Antworten:

Björn:
Hey Charlie, danke, dass du dir die Zeit für diese Mail nimmst. Vorab: Wie geht’s euch, sind alle glücklich und gut gelaunt auf dieser Tour?

Charlie:
Na klar, wir sind super drauf und fahren gerade Richtung Italien.

Björn:
Was ist denn das Beste am Touren? Und was ist das Schlimmste?

Charlie:
Im Grunde genommen ist alles am Touren super. Die Möglichkeit, auf der ganzen Welt zu skaten und unsere Musik zu spielen ist ein Traum.

Von den Cops angehalten und durchsucht zu werden ist eines der wenigen unschönen Dinge. Naja und die langen Fahrten können natürlich anstrengend sein.

Björn:
Gibt es eine ganz besondere Tour, an die ihr euch immer erinnern werdet?

Charlie:
Unsere Headlining-Tour letztes Jahr war etwas Besonderes. Prawn und Public Domain haben uns supported und wir haben eine Menge ausverkaufter Shows in kleinen Clubs ohne Barrieren und lästiger Security gespielt. Die letzten beiden Shows dieser Tour in London und Brighton werden wir nie vergessen.

Björn:
Wenn du mal eure Anfänge mit der Gegenwart vergleichst: Hat sich viel verändert bei euch?

Charlie:
Es hat sich nicht sonderlich viel geändert. Wir sind mittlerweile pünktlich auf der Bühne und es kommen mehr Leute zu den Shows, es gibt mehr Chaos. Ich habe aufgehört ständig sturzbetrunken zu sein haha. Wir sind eine gut geölte Maschine und lieben nach wie vor was wir tun

Björn:
Gibt es einen bestimmten Punkt, an dem ihr begriffen habt, dass die Band so langsam durchstartet und langsam internationalen Bekanntheitsgrad erlangt?

Charlie:
Als wir auf den ersten Festivals gespielt haben und wirklich viele Leute kamen, das war so ein Punkt an dem wir das realisiert haben. Es war aber schon vorher immer super, weil die Shows Spaß gemacht haben und in unserer Lokalszene immer schon viele Leute zu unseren Shows gekommen sind. Jetzt ist das ganze nur noch eine Nummer größer mit hunderten von Kids, die durch die Gegend springen und Spaß haben, das ist einfach genial.

Björn:
Wie sieht so ein Kreativprozess bei euch aus? Wir schreibt ihr Songs?

Charlie:
Normalerweise schreibt Thom (Gitarre, Gesang) einen Song, den er dann zur Probe mitbringt, damit sich jeder etwas dazu überlegen kann. Wir versuchen nicht allzu viel zu proben und die Sessions kurz zu halten. So funktioniert es bei uns am besten.

Björn:
Wenn ihr im Studio seid: Macht ihr euch viele Gedanken um die Aufnahmen und inwiefern ihr die Songs später live umsetzen könnt? Denn ich kann mir vorstellen, dass ihr im Studio nicht unbedingt hunderte von Spuren einspielt wenn ihr live dann als Trio doch an gewisse Limitationen gebunden seid oder?

Charlie:
Wir proben einfach genug, damit wir die Songs live spielen können. Auf mehrere Spuren und all das verlassen wir uns eigentlich gar nicht. Wir spielen die Songs einfach so ein, wie wir sie geschrieben haben und hoffen, dass wir das in der zur Verfügung stehenden Zeit hinbekommen haha.

Björn:
Wie bist du zur Musik gekommen?

Charlie:
Meine Eltern haben Musik immer geliebt: Während ich aufgewachsen bin,  lief bei uns den ganzen Tag MTV. Mein Großvater hat mich als Kind außerdem immer mit auf Punkrockshows genommen. Außerdem habe ich die ganzen alten Surf-DVDs von meinem Dad geschaut, die als Soundtrack Bands wie Pennywise und The Offspring hatten. So hat bei mir eigentlich alles angefangen.

Also Dankeschön Ma, Pa und Opi

Björn:
Gibt es Künstler, die einen großen Einfluss auf euch als Menschen, als Personen sowie als Musiker haben?

Charlie:
Alle meine Freunde, die selbst in Bands spielen, die Jungs im Van, alle meine guten Freunde und die Hardcore-Szene der 80er. Ich lese viel Rollins.

Björn:
Kannst du mir 5 deiner Lieblingsplatten verraten?

Charlie:
Das ist jetzt wirklich schwierig. Ich würde sagen:

Pennywise – About Time
Suicidal Tendencies – ST
Green Day – Dookie
Pearl Jam – Ten
Soundgarden – Superunknown

Björn:
Wie sieht ein perfekter Tag in eurem Leben aus?

Charlie:
Ich kann natürlich nicht für die anderen Jungs sprechen aber ich vermute mal, es wird was mit Gras und Skaten für Max und Gras und an einem schönen Ort Chillen für Thom zu tun haben. Für mich wäre es ein heißer Sommertag mit meinen Leuten in einem verlassenen Skatepark an der Südküste inklusive einem BBQ und einer Menge Lachs und Bier.

Björn:
Gibt es einen 5- oder 10-Year-Plan bei euch?

Charlie:
Unser einziger Plan ist es, immer weiter Songs zu schreiben und Shows zu spielen, solange wir da Spaß dran haben. Wenn es uns irgendwann mal keinen Spaß mehr machen sollte, dann hören wir damit auf. Ganz einfach.