Marius Tilly. ist mit neuem Namen unterwegs um uns in Kürze das Album „Nebula Rising“ zu präsentieren. War der letzte Longplayer „Come Together“ noch dem Blues gewidmet, so vollzieht er einen merkbaren Stilwechsel… näheres demnächst wenn wir uns das Album genauer angeschaut haben.

Vorab stellte sich Marius erstmal meinen Fragen und gab bereitwillig Einblicke in sein neues musikalisches Wirkungsfeld:

 

Moin Marius Tilly. Moment… da fällt mir was auf – wo hast du die „Band“ gelassen?
Hi, du hast Recht, wir haben eine kleine Namensänderung vorgenommen. Das Ganze soll in Zukunft Marius Tilly. heißen. Allerdings hat sich bzgl. der eigentlichen Band gar nichts geändert. Die Live Besetzung besteht nach wie vor aus Benni am Bass und Max am Schlagzeug. Leider konnte Max die Studioaufnahmen zur neuen Platte aus zeitlichen Gründen nicht mit machen. Da hatte ich Glück, dass ich spontan Hajo Schüler als Ersatz gewinnen konnte. So wars für alle Beteiligten total entspannt. Max konnte sich von seiner Peru Reise erholen und wir hatten ne gute Zeit im Studio … hat also alles bestens gepasst.
Dass das Projekt jetzt nur noch unter meinem Namen, also quasi als Soloprojekt läuft, hat tatsächlich zwei Gründe. Meine Songs haben sich in den letzten Jahren ziemlich drastisch verändert. Mir war es wichtig an dieser Stelle einen Schnitt zu machen, um diesbezüglich keinen Verwirrung zu stiften. Natürlich hätte man der Sache auch einen anständigen Bandnamen geben können, womit ich beim zweiten Grund für Marius Tilly. wäre: Wir haben eine halbe Ewigkeit versucht, einen Bandnamen zu finden, der uns allen gefällt und mit dem wir uns alle identifizeren können, aber ist mal gar nichts anständiges raus gekommen.

Nebula Rising Cover

Stilwechsel ja – aber so ganz habt ihr den Bluesrock nicht begraben, oder? Wer hat eigentlich den Anstoß dazu gegeben? Gab es diese Idee schon länger?
Die Idee sich stilistisch zu verändern gibt es schon seit über drei Jahren. Das ist ja mehr ein schleichender Prozess und zumindest bei mir gab es keinen ausschlaggebenden Moment, indem ich das begriffen habe.
Meine Songs waren schon immer so einen Art Crossover Bluesrock. Ich habe da sehr lange nach dem richtigen musikalischen Weg für mich gesucht und bin schließlich bei dem gelandet,was man auf “Nebula Rising” hören kann.
Offiziell ist das jetzt Alternative Rock, aber über Stilbeschreibungen kann man bekanntlich ewig streiten. Mir war es wichtig mit den neuen Songs eine eigene musikalische Identität zu entwickeln. Ob das am Ende des Tages Blues-Rock oder sonst was ist, ist mir im Prinzip egal. Mit den neuen Songs und dem Stilwechsel fühlt es sich zum ersten Mal so an, als wäre ich irgendwo angekommen. Das zu erreichen war mir beim Entstehungsprozess der Platte sehr wichtig und ich bin wahnsinnig stolz drauf, dass wir das so hingekriegt haben.

Mit „Colder Below“ habt ihr mich besonders überrascht. Vor allem stimmlich jagt da ein Gänsehautmoment den nächsten. Ich frage immer so gerne nach der Geschichte hinter den Songs. Erzählt ihr sie mir?
Freut mich, dass dir der Song gefällt. „Colder Below“ hat nicht wirklich einen spannenden Entstehungsprozess. Allgemein sind fast alle neuen Songs innerhalb von ein paar Wochen entstanden. Ich hatte da eine Phase, in der ich den ganzen Tag nur an neuen Ideen rum geschraubt habe. „Colder Below“ ist in so einem Moment entstanden, in dem ich eigentlich gar keinen geraden Gedanken mehr fassen konnte und so im Halbschlaf in meinem Zimmer gesessen hab … so entstehen ja lustiger Weise meistens gute Songs … Mein Produzent Helge Preuß hat danach fantastische Arbeit im Studio geleistet und hat den Song ins richtige Soundgewand gesteckt. Da entstand nochmal richtig viel von dem, was den Song am Ende ausmacht.

Ich fühle mich geehrt! Ich durfte mir „Nebula Rising“ nämlich schon anhören und bin echt begeistert. Was witzig ist: erst vor kurzem durfte ich „Weekend Man“ von `Royal Republic´ rezensieren und hab noch laut getönt, dass das schon das Album des Jahres für mich ist – und dann kommt ihr. Könntet ihr damit leben so eine große Band vom Thron zu stoßen?
Klar können wir damit leben, aber wer weiß was dieses Jahr noch so kommt, was dich potentiell vom Hocker reißen könnte 🙂
Im Moment freuen wir uns einfach über jede Reaktion, die wir zur neuen Platte kriegen und über jeden, der die Platte zu hören bekommt … `Royal Republic´ ist natürlich eine Kühlschrank Unten KÖRNUNGganz andere Liga, an derartige Vergleiche denke ich eigentlich gar nicht.

Am 22.04. ist es so weit – dann werden hoffentlich alle „Nebula Rising“ in den Händen halten. Was meint ihr wie der Wechsel bei euren Fans ankommen wird? Wie aufgeregt seid ihr?
Eine gewisse Anspannung ist schon da. Schließlich haben wieder sehr viele Leute sehr viel Arbeit in das Album gesteckt. Aber wie das letztendlich bei den Fans ankommt, kann man nie vorher sagen. Ich habe in letzter Zeit auch die Erfahrung gemacht, dass es nicht besonders gesund ist, sich all zu viele Gedanken darüber zu machen, wie meine Musik ankommt oder ob uns die neue Platte jetzt weiter bringt, oder nicht.
Es wird sicherlich viele Hörer geben, die den bluesigeren Ansatz unserer Anfangszeit mehr mögen, als den Alternative Rock, den wir jetzt machen. Das ist uns allen klar. Dafür werden wir hoffentlich jetzt die Möglichkeit bekommen, mal vor einem ganz anders Publikum zu spielen, das unsere Musik noch gar nicht kennt. Das ist für mich das Aufregendste.

Jetzt geht so langsam aber sicher die Konzert- und Festival-Saison los. Wo können wir euch denn dieses Jahr finden?
Am 12. Mai ist unsere CD Release Show im Musiktheater Piano in Dortmund. Zudem haben wir das große Glück, dass wir Anfang Mai vier exklusive Konzerte mit `The Brew´ und `Kamchatka´ spielen dürfen. Das ist schon alleine cool, weil ich großer Fan von den beiden Bands bin. Für Sommer und Herbst ist vieles in Planung.

Apropos Konzerte: Wie wird sich euer Programm ändern? Werden wir noch alte Songs zu hören bekommen? Oder gibt es vielleicht alte Songs im neuen Gewand?
Von unserem letzten Album “Come Together” werden wir noch viele Songs im Gepäck haben. Das Album war ja so eine Art Wegbereiter für unser neuen Sachen. Das wäre viel zu schade, wenn das alles in der Versenkung verschwindet.

In all den Jahren Bühnenerfahrung habt ihr doch sicher die ein oder andere nette Band kennen gelernt. Haben sich da feste Freundschaften gebildet?
Ja klar. Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel das Glück, in Oslo beim `Global Battle of the Bands´ zu spielen. Da haben wir auf einen Schlag richtig viele gute Bands aus der ganzen Welt kennen gelernt. Mit der dänischen Band `M.D.R.´ haben wir erst vor ein paar Wochen noch ein Konzert zusammen in Kopenhagen gespielt.
Und natürlich pflege ich nach wie vor eine rege Bandfreundschaft mit der Band `Fitches´. Die Jungs kenne ich inzwischen über 13 Jahre und man unterstützt sich wo man kann… so bin ich übrigens auch zu dem fantastischen Albumcover gekommen … Danke an Sandro.

Jetzt ist man, wenn man tourt, ja schon sehr lange sehr nah beieinander. Was sind denn eure liebsten Macken? Beschreibt diese doch mal gegenseitig 🙂
Da gibt´s schon so einiges. Max ist wohl der empfindlichste Schläfer den ich kenne. Ich habe noch nie gesehen, dass jemand so akribisch alle Uhren im Raum abhängt. Das kollidiert dann regelmäßig mit Benni und seinem Reisefön, den er meistens vor acht Uhr morgens benutzt. Dann gibt´s da noch die Sache mit den Wasserflaschen und Bennis wunderliche Vorliebe für atmosphärische Soundtracks von Independent Telespielen, die uns auf Tour begleiten …Schrebtsch-Brille-KALT
Also eigentlich alles ganz normal, nichts, was wirklich dramatisch wäre. Außerdem bin ich ja zum Glück völlig makellos 🙂 … ne im Ernst, die beiden haben wahrscheinlich ne Lange Liste, die sie irgendwann gegen mich verwenden werden.

Wie geht es denn jetzt weiter mit „Marius Tilly.“? Wird es weiter gehen in Richtung Alternativ Rock? Was führt ihr sonst noch so im Schilde?
Ich bin wirklich sehr zufrieden damit, wie es gerade läuft. Wie gesagt, wir haben alle das Gefühl, dass wir dieses mal was relativ eigenständiges hingekriegt haben, was wir jetzt weiter aufbauen können.
Jetzt werden wir ermal das tun, was wir schon die letzten sechs Jahre gemacht haben. So viel wie möglich spielen und jedem unsere Musik unter die Nase reiben….

Vielen Dank für deine Zeit und das angenehme Interview!
Für alle die es nicht mehr erwarten können, am 22.04. kommt wie gesagt das neue Album “Nebula Rising“ und dann schaut doch einfach am 12. Mai zur Release Party im Musiktheater Piano in Dortmund vorbei… Hingehen ist Pflicht 😉

Marius Tilly. – FACEBOOK