Also vorab, ich war lange nicht mehr so angetan von dem Debütalbum einer Band, denn dank der Single-Auskopplungen von „Staub“, „Schwarz“ und dem kürzlich erschienenen „Wieder raus“, die allesamt als Video erschienen sind, konnte ich mir bereits einen guten Eindruck vom ersten Longplayer der Kölner von Illegale Farben verschaffen!

Stilistisch irgendwo zwischen Deutschpunk ala `Turbostaat´, gepaart mit Indie und NDW Einflüssen… schon der Beipackzettel versprach einiges spannendes, und für mich hat sich alles bestätigt, wenn nicht sogar noch interessanter dargestellt als bereits vermutet.
Was Thom am Mikrofon, Bassmann Chris, die beiden Gitarristen Thomas und Thilo, sowie Jens am Schlagwerk hier auf ihrem selbstbetitelten Debüt bieten ist quasi „erste Sahne“… zwar nicht Fischfilet, dazu sind die Songs dann nicht politisch genug, aber dennoch kompromisslos und voller tiefsinniger Texte!

Spannend ist die gelungene Mischung aus eindrucksvoll verrockter Gitarrenmusik und besagten Punk-Einflüssen. Eindringlich- und Eingängigkeit halten sich hier gekonnt die Waage und die Texte bewegen sich zwischen Verzweiflung und zu bestreitenden Auswegen, die zwar nicht immer sofort die (Er)Lösung bringen, aber einen auch nie den Strick um den Hals legen… gelungene Sache, gut gemacht Jungens!

Der Opener „Wieder raus“ fragt schon entspannt „wie sieht es aus in deinem Leben, kommst du da lebend wieder raus“?… diese NDW Nummer legt die Messlatte hoch an, da hilft es eigentlich nur den „Spiegel“ vor zu halten und den Weg aus dem Dunkel zu begleiten.

Nach „15 Minuten“ weht der „Staub“ die Einsamkeit mit dem wippenden Tanzbein davon und schon heißt es „Die Straßen sind wach“… der Song schreit übrigens förmlich nach Veränderung! „Neonblau“ und „Schwarz“ kicken mich dann zur Mitte des Albums nochmal extrem, bevor nach einem ein wenig aufgebrachten „Macchina“ dann „Endlich wieder was los ist“!

Der Song „Illegale Farben“ erinnert mich dann extrem an die bereits erwähnten Jungs von `Turbostaat´… feines Dingen! Jetzt aber schnell „Zu den Booten“ und ab ins „Wellenland“… ab nach vorne und „[…]niemals, niemals, niemals, niemals zurück[…]“!

Also jetzt mal ehrlich, für mich haben die Illegale Farben mit dem Debütalbum ein fettes Brett abgeliefert und wie ich bereits bei meiner Video-Ankündigung zu „Wieder raus“ in den letzten Tage anmerken durfte:

„Illegale Farben“ zählt jetzt schon zu einem heißen Kandidaten auf das beste deutschsprachigen Debüt-Album des Jahres… gut das `Rookie Records´ sich das Kölner Quintett direkt geschnappt haben!

 

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Tracklist:
1. Wieder raus
2. Spiegel
3. 15 Minuten
4. Staub
5. Die Straßen sind wach
6. Neonblau
7. Schwarz
8. Machina
9. Endlich wieder etwas los
10. Illegale Farben
11. Zu den Booten
12. Wellenland

 

Illegal Farben live:illegale-farben-main_image
01.04.16 Köln, Stereo Wonderland (Releaseparty)
02.04.16 Köln, Gebäude 9 (20 Jahre Rookie)
16.04.16 Köln, Underdog Records (Record Store Day)
06.05.16 Hamburg, Molotow (Skybar, + Fluten)
07.05.16 Ochtrup, Juz
14.05.16 Oberhausen, Druckluft
20.05.16 Nürnberg, Club Stereo
21.05.16 München, Strom (Momentum Party)
17.06.16 Wiesbaden, Schlachthof (+ Steakknife)
17.09.16 Schrobenhausen, Zoom (Rookie Bühne/Stadtschall Festival)

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Illegale Farben – Illegale Farben (Rookie Records, 25.03.2016)
4.8Gesamtwertung