Wie eine Tüte mit rostigen Schrauben klingt das neuen Idles Album „Ultra Mono“ beim ersten Durchlauf und irgendwie fesseln mich die aus Bristol stammenden Punks hiermit direkt.

Zugegebenermaßen hatte ich bisher nur am Rande von den fünf Briten gehört, die aber schon seit elf Jahren bzw. drei Studioalben ihr Unwesen in der musikalischen Punkszene treiben – und dank dem lieben Olli Schulz zerstören Joe, Jon, Mark, Lee und Adam gerade mit dem Opener „War“ mein geschundenes Hirn. Wäre es nicht gerade erst früher Morgen, ich „müsste“ Schnaps trinken um bei den schrägen Sounds und dem hirnzermaternden Gesang wieder klar zu kommen… aber die eine oder andere Kanne Kaffee wird wohl auch gehen.

Sind die Instrumente eher klar strukturiert, hämmert einem Sänger Joe die eindringlichen und gesellschaftskritischen Texte einer Lobotomie gleich in kleinen Dosen mit einem Hammer durch die Hirnrinde – und genau das habe ich in letzter Zeit aus dem Punkecke vermisst. Dieser bedingungslose (Entschuldigung für diese Ausdrucksweise) „Hirnfick“ ist mir letzmalig bei den schwedischen Viagra Boys oder den ebenfalls aus dem United Königreich stammenden Sleaford Mods unter gekommen. Okay, hier zeigt sich mal wieder meine Affinität zu derbem britischen Sprechgesang – also wie kann ich dieses Album nicht mögen?

Böse Zungen behaupten, dass Idles bereits mit diesem Album ihren Zenit überschritten haben und die Scheibe nicht annähernd an die ersten beiden Studioalben heran kommt – mangels Wissen kann ich mich hier nicht dieser Meinung anschließen und ich feiere „Ultra Mono“ daher erstmal hart ab!

Ach so, noch kurz die Anspieltipps:

Alle! 😉

 

Titel:
1. War
2. Grounds
3. Mr
4. Anxiety
5. Kill Them With Kindness
6. Model Village
7. Ne Touche Pas Moi
8. Carcinogenic
9. Reigns
10. The Lover
11. A Hymn
12. Danke

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Idles - Ultra Mono (Pias/Partisan Records, 25.09.2020)
4.5Gesamtwertung