Doom as Doom can… oder so ähnlich halt.

Jedenfalls klingen die Holländer Hooded Priest so sehr nach Doom Metal, wie man es sich nur vorstellen kann. Schwere, knarzende Riffs, zurückhaltendes Tempo, die Band walzt wie ein Lavafluss durch die Landschaft. Über der schwerfälligen Musik thront der Gesang des Belgiers Luther „Finlay“ Veldmark, der sonst auch noch an der Front von King Heavy steht. Der Waldkauz ist das auffälligste Merkmal des Quartetts.

Voller Theatralik, dann wieder gnadenlos düster, er dreht und windet sich und singt kauzig seine Texte ins Mikro. Eingängige Melodien und Hooks scheinen ihm nicht so wichtig. Denn es ist gar nicht so einfach sich an seinem Gesang festzukrallen. Auch nicht an der restlichen Musik. Denn diese klingt ziemlich trist, schon regelrecht basisch, kantig. Musikalisch standen dabei sicher Truppen wie Count Raven, Winter und vor allem Reverend Bizarre Pate. Easy-Listening geht definitiv anders.

Natürlich wird nicht nur mit Beats im Minutentakt aufgestampft. „Herod Again“ ist schon ein regelrechter Powersong, auch wenn er später gruselig hinab steigt und regelrecht sakral wird. Auch „These Skies Must Break“ haut anfangs ganz schön scheppernd metallisch rein und wird immer garstiger. Mit der Zeit wird das Ganze aber auch etwas anstrengend.

Die fünf überlangen Songs (plus ein Intro) machen es einem nicht gerade einfach in die karge Welt von Hooded Priest hinein zu finden. Und eigentlich mag ich ja Doom Metal. Doch wirklich gepackt hat mich die Band in der Dreiviertelstunde nicht so richtig.

Trackliste:
1. Dolen – Exiting The Real
2. Call For The Hearse
3. These Skies Must Break
4. Herod Again
5. Locust Reaper
6. Mother Of Plagues

Hooded Priest - The Hour Be None (I Hate Records, 01.12.2017)
3.0Gesamtwertung