High On Fire – Cometh The Storm (MNRK Heavy, 19.04.2024)

Nachdem letztes Jahr noch das Erscheinen seines Debütalbums vor 25 Jahren gefeiert wurde, ist man nun mit einem neuen Werk wieder da. Es trägt den Namen „Cometh The Storm“ und bietet erstmal den gewohnt harten Stoner-/Sludge-Stoff, für den High On Fire beliebt und/oder berüchtigt sind. Aber trotzdem wartet es mit einer Veränderung auf, die einen aufhorchen lässt.

Und die hört auf den Namen Coady Willis und hockt hinter dem Drumschemel. Der sonst für die Melvins und Big Business die Schlagzeugfelle gerbende Mann sorgt nämlich dafür, dass die neuen Songs einen unheimlichen Drive bekamen, der ziemlich mitreißt. Ist das das fehlende Puzzlestück, welches das neunte Studioalbum so gut macht? Vielleicht. Auf jeden Fall ist „Cometh The Storm“ ziemlich gelungen. Das Trio hat wohl gemeinsam an den richtigen Stellschrauben gedreht und Kurt Ballou hat das abermals am Mischpult wunderbar eingefangen.

Gleich der herrlich knarzende, ordentlich lospolternde Opener „Lambdbread“ haut richtig schön rein. Dazu überrascht er mit einem orientalisch anmutenden Instrumentalpart. „Karanlık Yol“ treibt das noch auf die Spitze, ist es doch eine echte nachöstliche Folknummer. Bassist Jeff Matz beschäftigte sich in den zurückliegenden Jahren intensiv mit dieser Art von Musik und erlernte auch das entsprechende Instrumentarium.

Trotzdem bleibt es bei diesen beiden Ausflügen, die das Album etwas auflockern. Ansonsten wird weiter die grobe Keule geschwungen – mit Kraken-Drums und angriffslustigen Brachial-Sounds, wie in „Trismegistus“ oder „Lightning Beard“. Dass man auch etwas von Dynamik versteht, beweist man mit dem Titeltrack oder der überlangen Abschlussnummer „Darker Fleece“.

Dabei legt man nicht immer gerade Wert darauf den Hörer mit seinem Songwriting mitzureißen, sondern lässt einfach die Performance auf den Hörer wirken. Bricht man davon aber einmal aus, wie beim fast eingängigen „Burning Down“ oder dem regelrecht lässig rockenden „Hunting Shadows“ gibt das noch einen zusätzlichen Kick, mit dem das Album immer wieder zu begeistern weiß.

Alles in allem ein wirklich gutes Stück Heavy-Musik im weiten Feld zwischen doomiger Schwere und punkiger Motörhead-Rasanz. Daumen hoch!

 

Trackliste:
1. Lambsbread
2. Burning Down
3. Trismegistus
4. Cometh The Storm
5. Karanlık Yol
6. Sol’s Golden Curse
7. The Beating
8. Tough Guy
9. Lightning Beard
10. Hunting Shadows
11. Darker Fleece

 

 

Photo-Credit: James Rexroad

 

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