Oh, wieder ein paar solch Untote… Nein, das wäre jetzt bösartig und so sind wir hier nicht. Tatsache ist allerdings, dass die Kalifornier Hexx über zwei Jahrzehnte nicht aktiv waren und sie sich erst 2014 mit einem (mit Verlaub wirklich semitollen) Auftritt zurückmeldeten.

Ihren Ruf bezieht die Truppe von ihren 1984 bzw. 1986 veröffentlichten Alben „No Escape“ und „Under The Spell“, nicht von ihrem zweifelhaften Death-Metal-Ausflug von 1991. Anfangs zockte man nämlich für die Zeit typischen amerikanischen, rifflastigen Powermetal mit thrashigen Anleihen. Und genau da befindet man sich auch anno 2017 wieder mit der Comeback-Platte „Wrath Of The Reaper“.

Man muss schon ein rechter Nostalgiker sein, um das wirklich gut zu finden. Wenn man Truppen wie Vicious Rumors oder Metal Church mag, ist das schon mal keine schlechte Voraussetzung. Doch wo diese auch immer wieder mal modernere Anflüge zuließen, klingen Hexx hier 100 % wie eine Band von damals. Eben relativ altbacken. Das muss ja an sich nichts Schlechtes sein. Die Chose ist durchaus ansprechend gemacht. Die Songs knackig, auch wenn vielleicht etwas voraussehbar und ohne, dass man sich allzu weit aus dem Fenster lehnt.

Was gefällt ist der kraftvolle Gesang, der etwas wie eine Mischung aus Robert Halford (Judas Priest) und David Wayne (Metal Church) klingt und die generelle Verspieltheit der beiden Gitarristen. Von den elf Song laufen am besten der knackige Opener „Macabre Procession Of Spectres“, das an „Painkiller“ angelehnte „Screaming Sacrifice“, das harte „Voices“ und das fast schon als halbballadesk zu bezeichnende „Dark Void Of Evil“ rein. Aber generell gibt es nicht wirklich Ausfälle nach unten.

„Wrath Of The Reaper“ ist eben so ein richtiges Nischending mit einer eng gesteckten Zielgruppe.

Trackliste:
1. Macabre Procession of Specters
2. Screaming Sacrifice
3. Slave in Hell
4. Swimming the Witch
5. Dark Void of Evil
6. Unraveled
7. Voices
8. Exhumed for the Reaping
9. Circle the Drain
10. Wrath of the Reaper
11. Certificate of Death

Hexx - Wrath Of The Reaper (High Roller Records, 15.09.2017)
3.5Gesamtwertung