Dieses Höllenpferd stapft kräftig auf. Denn die Dänen Helhorse machen ordentlich Rabatz. Dem Vernehmen nach taten sie das auf ihren ersten beiden Alben sogar noch etwas mehr. Wo früher immer wieder Begriffe wie Sludge und Hardcore fielen, ist hier nur noch wenig davon spüren. „Helhorse“ bewegt sich ganz selbstbewusst im Bereich Stoner Metal / Desert Rock.

Der Beginn der Platte ist gleich mal ziemlich famos. „Carry Your Own“ fetzt mit einem knirschenden Stoner-Riff los und begeistert mit emotionalem Refrain und einer positiven Eingängigkeit. „Among The Wolves“ setzt hier weiter an, ist aber heavier und lässt an eine Band wie Down denken – nur dass der Song packender ist. „Fortune Favors The Bold“ kann man dagegen schon fast als balladesk bezeichnen. Maximal emotional, kommen in Sachen Gesang schon fast Erinnerungen an Alice In Chains hoch.

Man ist bis hierher also durchaus geflasht. Die Band versucht im weiteren Verlauf die Spannung aufrecht zu erhalten. Doch selbst mit den drei instrumentalen Interludes schafft man das nicht mehr so richtig. Der Sound bleibt zwar wuchtig (er wird im Gegenteil sogar brachialer), doch so richtig mitreißend wird es leider nicht mehr. Zusätzlich vergrätzt einen der Zweitsänger mit seinem übertrieben aggressiven Hardcore-mäßigen Gesang. Das passt zur neuen Ausrichtung der Band nun wirklich nicht mehr.

Die Abschlussnummer „No Fucks Given“ bringt das Dilemma auf den Punkt: rockig antreibender Heavy-Sound, dummes Geschrei und am Ende ein großes und dann sehr mitreißendes Finale, bei dem die Band dann doch wieder ihr Können als Songwriter zeigt.

Insgesamt ein durchaus passables, bisweilen auch spannendes Album das bockstark anfängt.

Helhorse - Helhorse

Trackliste:
1. Carry Your Own
2. Among The Wolves
3. Fortune Favors The Bold
4. Interlude I
5. The Blood Boiler
6. Hell Of A Ride
7. Interlude II
8. Raise The Black Flag
9. Interlude III
10. My Haven Your Hell
11. No Fucks Given

Helhorse - Helhorse (Spinefarm Records, 13.05.2016)
3.3Gesamtwertung