„H.E.A.T II“? Hier fehlen aber ein paar Zählerchen. Schließlich ist das hier bereits das sechste Album der Schweden. Nachdem man dieses Mal alles selbst in die Hand nahm, brachte das wohl eine gewisse Frische mit sich, wodurch sich es wie ein zweites Debüt anfühlt. Zumindest für die Band.

Aber tatsächlich durchzieht die Platte eine ziemliche Euphorie. H.E.A.T verlegen mal wieder den Hardrock der 80er effektvoll in die Jetztzeit. Poliert und auf Einschlag getrimmt. Das kann man gerne als kalkuliert und sehr berechnend ansehen. Aber es fasziniert, mit welcher Präzision und Kurzweil die Band hier vorgeht. Da klang insbesondere der letzte Langdreher „Into The Great Unknown“ wesentlich gestelzter.

Auf „H.E.A.T II“ wurden keine klanglichen Experimente gewagt, sondern die Songs stehen im Mittelpunkt. In letzter Zeit haben es wohl nur noch Eclipse so gut verstanden, wie Journey oder Whitesnake heute klingen sollten, um nicht altmodisch zu wirken. Hier ist vom Anfang bis zum Ende „Vollgas!“ die Devise. Und es darf auch gerne äußerst selbstbewusst breitbeinig gerockt werden, wie es besonders „Rock Your Body“ oder „Under The Gun“ vorführen.

Durchbrochen wird das Ganze nur mal von den dezenten, balladesken Tönen von „Nothing To Say“, während „We Are The Gods“ zur Überraschung mit einem bluesigen Lick um sich wirft. Viel eher steht großes Getöse im Mittelpunkt. Das muss nicht unbedingt tiefgründig sein. Ist es bei Gott nicht und wäre bei dieser Musikrichtung tatsächlich fehl am Platz.

In Sachen „hedonistischer Gute-Laune-Hardrock“ spielen H.E.A.T dieses Mal ganz vorne mit!

 

Trackliste:
1. Rock Your Body
2. Dangerous Ground
3. Come Clean
4. Victory
5. We Are Gods
6. Adrenaline
7. One By One
8. Nothing To Say
9. Heaven Must Have Won An Angel
10. Under The Gun
11. Rise

 

H.E.A.T – H.E.A.T II (earMUSIC/Edel, 21.02.2020)
4.0Gesamtwertung