Nachdem Sven sich beim neuen SmashingPumpkins-Album zu Tode gelangweilt hat, erhöhen wir in diesem Artikel ein „wenig“ die Schlagzahl. Konkret geht es um das heute erschienene Album „Weight Of The False Self“ von Hatebreed.

Zugegeben der Vergleich zwischen Hatebreed und Smashing Pumpkins hinkt etwas, aber dennoch behaupte ich vorab einmal ganz frech, dass das Ding hier nicht langweilig wird. Dies wird schon im Opener „Instinctive (Slaughterlust)“ deutlich. Dazu sei kurz angemerkt, dass ich mich persönlich immer auf Alben etablierter Hardcore-Bands freue, weil sie es einem leicht machen und selten Grund für Rant geben. So ist es auch auf „Weight Of The False Self“. Der Sound ist ganz im Stil von Hatebreed, eine ausgewogene Mischung aus Hardcore und Metal-Elementen, große Überraschungen bleiben aus.

Denn diese haben sich die fünf US-Amerikaner für ihre Texte aufgespart. Schon im o.g. Opener ist der Text sehr düster und nihilistisch. Diese Schema zieht sich nahezu durch das gesamte Album und mir kommen plötzlich Bands wie Alice in Chains oder Nirvana in den Sinn. Kontrollverlust, Selbstzerstörung und Ausgrenzung: Das sind Themen, welche hauptsächlich die Grunge-Bands der frühen 90er Jahre inne hatten oder in sanfteren Zügen die Emo-Szene in den 2000ern. Dennoch finde ich es persönlich gut, dass solche Inhalte wieder Einzug erhalten, besonders da viele Bands sich mittlerweile auf die aktuelle soziale und politische Situation konzentrieren, was speziell in den USA eine hochbrisante Thematik ist.

Für „Weight Of The False Self“ wurde die Messlatte – nach eigener Aussage der Band – sehr hoch gelegt. Der Sound sollte fetter und mit neuen Produktionstechniken alles bis ins letzte Detail perfektioniert werden. Über das Ergebnis kann man sich nun streiten. Die Alben aus den 2000ern hatten für mich auch eine gute Qualität, zumindest was den Sound betrifft. Neue Sphären haben Hatebreed auf „Weight Of The False Self“ damit nicht betreten, doch inhaltlich kann die Band in jedem Fall punkten und überzeugen. Für Fans der Band, aber auch Hardcore-Neulingen ist „Weight Of The False Self“ in jedem Fall empfehlenswert.

 

  1. Instinctive (Slaughterlust)
  2. Let Them All Riot
  3. Set It Right (Start With Yourself)
  4. Weight Of The False Self
  5. Cling To Life
  6. A Stroke Of Red
  7. Dig Your Way Out
  8. This I Earned
  9. Wings Of Vulture
  10. The Herd Will Scatter
  11. From Gold To Gray
  12. Invoking Dominance

http://www.hatebreed.com

Hatebreed - Weight Of The False Self (Nuclear Blast, 27.11.2020)
3.8Gesamtwertung