„Achtung, Feuilleton-Black-Metal inside!“, könnte man jetzt ganz sarkastisch über diese Rezi setzen. Aber so böse sind wir natürlich nicht, dass wir die Musik von Harakiri For The Sky als Hipster-Kacke abtun würden.

Klar, auch die Wiener kombinieren ganz zeitgeistig die schroffe Ästhetik des Black Metals mit den weiten Klangflächen des Postrock. So weit, so gut. Aber das Duo macht dies äußerst gelungen und frei jedweder Verkopftheit. Garstiger, aber nicht übertriebener, dafür mit einem Plus an Emotionalität gesegneter Keifgesang trifft auf Schönklang, Tristesse immer wieder auf regelrecht Hymnenhaftigkeit, die sogar Amon Amarth alt aussehen lässt.

Disharmonie ist also nicht das Metier von Harakiri For The Sky. Im Herzen ist das Ganze nämlich durchaus eher düstere Rockmusik mit metallischem Unterton und Hang zu angenehmen, aber einnehmenden Klängen. Und das trotz der deprimierenden, bisweilen von Selbstmord handelnden Texte. Die einzelnen Songs, von denen keiner kürzer als achteinhalb Minuten ist, besitzen durch die Bank einen feinen Fluss und sind trotz ihrer Länge angenehm kurzweilig.

Die Band spielt stets eine gute Kombi aus Brutalität und Schönklang, die ihre „Härte“ eben nicht unbedingt aus dem Sound bezieht, sondern durch die vermittelten Themen. Gereckte Fäuste treffen auf Melancholie.

Ein angenehm durchdachtes Album das einen mitreißt. Cooles Ding – nicht nur für Schwarzkittel!

Harakiri For The Sky - III Trauma

Trackliste:
1. Calling the Rain
2. Funeral Dreams
3. Thanatos
4. This Life as a Dagger
5. The Traces We Leave
6. Viaticum
7. Dry the River
8. Bury Me

Harakiri For The Sky - III: Trauma (Art Of Propaganda, 22.07.2016)
4.3Gesamtwertung