Eine dieser Bands, die schon so unfassbar lange auf dem Radar sind, weil sie einfach Freunde von Freunden von Freunden oder so sind, sind Hal Johnson aus der Nähe von Münster. Auch die eigene Stammkneipe Döser Börse wurde in den vergangenen Jahren schon mehrfach heimgesucht von der Mischung aus Punkrock, Weezer und Pop. Hier liegt auf jeden Fall mit „Seasons“ nicht das erste Album, aber das erste beim Onkel aus Münster vor mir. Da schauen wir doch mal!

Alles beim Alten! Soviel vorab. Nur geiler. Wie jetzt? Also, wir haben hier die gewohnte Mischung aus Pop-Punk, bisschen Alternative und im (guten) Pop gewildert. Aber von vorne bis hinten fett produziert (von Lukas Kroll) und grandios gemastert (von Hauke Albrecht). Das ganze Ding wird mit einem schicken Artwork (von Josua Rieber / Homesick Merch) abgerundet und fertig ist das Hit-Album. Und das meine ich durchaus ernst.

Denn ab dem Opener „Ghost“ wird einem hier in 11 Songs mehr als unterhaltsam absolute Spielfreude vor den Latz geknallt. Man merkt das jahrelange DIY auch in jedem Akkord, denn es wird ohne Rücksicht auf Szene-Vorgaben und eigentlich immer mit Grinsen im Gesicht das gemacht, was man will. Und das funktioniert  mega gut.

Thematisch arbeiten sich Hal Johnson durch Alltagsängste, Sorgen, Hoffnung und andere Dinge, die jetzt nicht das lyrische Meisterwerk sind, aber auch gar nicht sein müssen. Denn Hal Johnson machen Musik die unterhält Spaß machen soll. Und das schaffen die Songs ohne große Mühe.

 

 

Bei dem ganzen furchtbaren Bums, homophoben HipHop-Kack und seelenlosen Pop den man so von jungen Bands um die Ohren gesemmelt kriegt, wünscht man sich das alle Bands sich so wie Hal Johnson entwickeln würden! Sagte er und strich sich durch den ergrauten Bart. Danke Hal Johnson! Dank euch und „Seasons“ ist mein Glas wieder halb voll! Absolute Empfehlung!

 

  1. Ghost
  2. Gang in Black
  3. Party Nights
  4. Professional Help
  5. Better
  6. Control
  7. Dream Awake
  8. Let it go
  9. Home
  10. Seasons
  11. Stay with me

 

Hal Johnson - Seasons (Uncle M Music, 17.04.2020)
4.5Gesamtwertung