Momentan scheinen die Zeiten für die Anhänger von progressiven und zugleich harten Tönen sehr gut zu sein. Das neue Witherfall-Album ist mächtig gut geworden und vor gut einer Woche haben die Briten Haken ihr fünftes Studioalbum „Vector“ in die Plattenläden geschoben.

Haken verbindet der Progger jetzt nicht unbedingt mit den ganz harten Metalklängen, allerdings hat das britische Sextett in Bezug auf Härte gleich mal zwei Schippen drauf gepackt. Vielleicht war auch der ehemalige Periphery-Basser Nolly Getgood nicht ganz unbeteiligt daran, denn er zeichnet für die Produktion verantwortlich und hat „Vector“ eine ziemlich glasklaren und knackigen Sound auf den Leib geschneidert! Ansonsten beweisen sich die Briten recht konstant was die Qualität ihrer Musik angeht und auch in Bezug auf die Besetzung der Band. „Vector“ ist das dritte Album welches im gleichen Band-Lineup eingespielt wird. Kontinuität zahlt sich eben aus.

Bevor man mit „The Good Doctor“ den ersten richtigen Songs zu hören bekommt, wärmen Haken die Ohren ihrer Zuhörer mit dem Intro „Clear“ an. Die Töne einer Orgel haben allerdings nicht so viel mit dem Rest des Albums zu schaffen. „The Good Doctor“ startet dann direkt mit ein paar dicken Riffs und recht flexibler Rhythmik. Sobald Sänger Ross Jennings mit der Strophe einsetzt geht das Tempo etwas runter. Der Song lebt von einer feinen Laut-Leise-Dynamik!

Mit „Puzzle Box“ folgt dann mein Albumsliebling. Was am Anfang noch so harmlos klingt, entwickelt sich im weiteren Verlauf zur musikalischen Achterbahn. Neben dem schrägen Groove schaffen Haken es aber dem Song einen tollen eingängigen Refrain zu verpassen!

Das folgende „Veil“ ist der längste Track des Albums. In diesen Song packen die Briten auch Einflüsse aus dem Jazz, gelegentlich schimmert ein wenig Funk durch. Allerdings bleibt zu jedem Zeitpunkt klar, dass die Band im harten Fahrwasser unterwegs ist. Der Song fällt recht episch aus, Melodiebögen werden bis zum extrem ausgereizt!

Ein kleiner Schwachpunkt ist vielleicht „Nil By Mouth“. Der Song ist ein Instrumental, aber mir persönlich fehlt hier einfach der Gesang. Das Zusammenspiel und Instrumenten und Gesang macht den Rest des Albums so spannend!

„Vector“ ist ein tolles Album, und für Fans von harten und progressiven Tönen wunderbar geeignet!

1. Clear
2. The Good Doctor
3. Puzzle Box
4. Veil
5. Nil By Mouth
6. Host
7. A Cell Divides

http://www.hakenmusic.com

Haken - Vector (InsideOut, 26.10.2018)
4.5Gesamtwertung