Bayern im Allgemeinen und München im Speziellen scheint ja ein gutes Pflaster für derbe Hardcore, Punk und Crossover Klänge zu sein, nicht umsonst kommen so namenhafte Bands wie die `Emil Bulls´ oder die Jungs von `Marathonmann´ (übrigens auch bald mit ihrem neuen Longplayer unterwegs) aus der Umgebung der bayrischen Landeshauptstadt.

Seit 2013 toben sich nun dort auch die Crossover-Recken von GWLT aus und die vier bisherigen EP`s haben bereits für ordentlich Furore gesorgt… das mag vielleicht auch daran liegen, dass sich die Band um Sänger und Mitbegründer David Mayonga nebenbei sehr in sozialen und politischen Projekte (z.B. bei „Weil Wir Viele Sind“) engagiert!

Das Ende 2015 angekündigte Debütalbum „Stein & Eisen“ steht nun seit gut einem Monat in den Plattenläden und erfreut sich dort wachsender Begeisterung.

Direkt beim ersten „Querhören“ werde ich spontan an meine alten Freunde von `Such A Surge´ erinnert… eingängige Melodien paaren sich mit HipHop und Hardcore Einlagen – wobei alles eine gute Spur derber und mit rauerem Gesang einschlägt als bei den Braunschweigern, die sich leider vor zehn Jahren für immer von der Crossover Bühne verabschiedet haben!

GWLT sagen mir auf Anhieb zu, auch wenn ich bisher noch nicht in den Genuss gekommen war… besonders die sozialkritischen Texte schlagen direkt bei mir ein und lassen mich aufhorchen. Themen wie Hass, Rassismus und die damit verbundene Wut bzw. Furcht werden musikalisch be- und verarbeitet, treffen oftmals genau da, wo es weh tut. Dazu der mal gerappte, mal geshoutete Gesang… die Kombi macht es hier halt aus!

Besonders erwähnenswert finde ich in diesem Zusammenhang „Die Grundmauern der Furcht“ und „Hannah Arendt“ welches sich mit selbiger beschäftigt… sie berichtete nämlich damals als jüdische deutsch-amerikanische Theoretikerin von dem Eichmann-Prozess aus Nürnberg.

„Stein & Eisen“ ist für mich ein gelungener Aufschrei zur richtigen Zeit… auch, oder gerade weil der Zeigefinger nicht kontinuierlich gereckt wird. Okay, die an einigen Stellen angebracht Kritik, dass die Songs ein wenig prollig daher kommen, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, stört mich persönlich jedoch nur am Rande.

Wer sich trotzdem darauf einlassen mag, der tätigt mit der ersten Scheibe der Münchener auf keinen Fall einen Fehlkauf… Punkt!

Aufgenommen und fertig verkorkt wurde das gute Stück in den Kohlekeller Studios, produziert von `Kohle´ (`Powerwolf´, `A Traitor Like Judas´) und der Band selbst… mit Michi (`Marathonmann`), Jogges (`Empowement´), sowie Nico (`Amokkoma´) haben sich sogar drei Gastmusiker auf dem Debüt verewigt.

 

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Tracklist:
1. Stein
2. Ruhe & Frieden (Feat. Nico Aka Amokkoma)
3. Seltsame Liebe
4. Die Grundmauern Der Furcht
5. Eine Taufe Aus Dem Staub
6. Bis Dein Lebenslicht Erlischt
7. Von Der Dunkelheit Und Ihrer Anziehungskraft
8. Watts 1965
9. Der Beste Mensch
10. Randale
11. Hannah Arendt
12. Zeichen An Der Wand
13. Eisen

Aktuell sind GWLT im Rahmen der „Togetherfest Tour“ unterwegs durch mehrere deutsche Städte, sowie in Österreich, Belgien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Dabei spielen die Jungs als Opener für die `Gorilla Biscuits´, `Modern Life is War´ und `Touché Amoré´.

Außerdem sind bereits erste Auftritte für den Sommer bekannt… schaut hier:
03.03.2016 München – Backstage – Togetherfest Tour
04.03.2016 Essen – Weststadthalle – Togetherfest Tour
05.03.2016 Antwerpen BEL – Trix – Togetherfest Tour
06.03.2016 London UK – Ballroom – Togetherfest Tour
27.03.2016 Oberndorf a.N. – Easter Cross Festival
16.04.2016 Neunkirchen – ANTATTACK FESTIVAL
14.05.2016 Dresden – Schoisaal Dresden
12/13.08.2016 Villmar – Tells Bells Festival

GWLT – HOMEPAGE

GWLT – Stein & Eisen (Arising Empire / Nuclear Blast, 29.01.2016)
4.0Gesamtwertung