Ich glaub zu den Goo Goo Dolls hat jeder Ü30 schonmal geknutscht und „Iris“ kennt auch jeder Freund von melodischen Rocksongs. Dass ausgerechnet das „A little Bit“-Cover so erfolgreich war, lass ich jetzt mal außen vor. Denn die Goo Goo Dolls hatten im Bereich des melodischen Rock eine Menge mehr Songs zu bieten, die sich in die Ohren gebrannt haben.

Völlig aus den Augen verloren war ich relativ gespannt auf „Miracle Pill“.

Wie ich schon befürchtet hatte, sind die Melodien mittlerweile so nach vorne gerutscht, dass die Gitarren doch sehr in den Hintergrund gerückt sind. Auf „Miracle Pill“ finden sich 11 radiotaugliche Pop-Rocksongs, die in dem einen oder anderen Fall durchaus Spaß machen und fast durch die Bank Ohrwürmer sind, dabei aber so beliebig wirken, dass sie aus der Feder eines Dieter Bohlen stammen könnten.

 

 

Mit Songs wie „Money, Fame & Fortune“ sind auch Songs dabei, die ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gehört habe. Leicht zu verdauen und tun nicht weh. Mir fehlt dann an vielen Stellen aber doch ein wenig die rockige Vergangenheit der Band aus Buffalo. Man macht über 30 Jahre zusammen Musik, da wäre gar keine Weiterentwicklung quasi Stillstand. Aber die Zielgruppe der Songs hat sich doch sehr geändert. War man damals noch Freund der alternativen Rockjugend, sind es jetzt doch eher die Hausfrauen-Popevents, auf denen man in der Zukunft zu finden sein wird.

Trotz allem haben wir hier ein fett produziertes Pop-Album, mit dem man einen entspannten Abend verbringen kann, ohne verkatert am nächsten Morgen zu erwachen. Reinhören sollte man als Freund der alten Songs auf jeden Fall, sich allerdings nicht zuviel davon versprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Indestructible
  2. Fearless
  3. Miracle pill
  4. Money fame and fortune
  5. Step in line
  6. Over you
  7. Lights
  8. Lost
  9. Life’s a message
  10. Autumn leaves
  11. Think it over
Goo Goo Dolls - Miracle Pill (Warner, 13.09.2019)
1.8Gesamtwertung