Galactic Cowboys? Da war doch was? Richtig vor siebzehn Jahren haben hatten sich die Amerikaner aufgelöst. Die Band war wohl damals ziemlich frustriert. Alle Alben waren Lieblinge der Kritiker, aber beim Publikum hat man weder mit dem Album „Space In Your Face“ noch mit dem sehr geilen Debütalbum wirklich punkten können. Die Band selber vermutet, ihr damaliges Label Geffen hat sich lieber mit Guns N‘ Roses und Nirvana beschäftigt.

Wie dem auch sei, die Originalbesetzung der Band will es wohl nochmal wissen und haut mit „Long Way Back To The Moon“ ein Comeback-Album raus. Und das hat es in sich. Um das neue Album mit dem älteren Material zu vergleichen, habe ich die beiden Alben aus den Tiefen meines CD Regals gekramt und mal wieder festgestellt: gute Musik altert nicht!

An der grundsätzlichen musikalischen Auslegung der Galactic Cowboys hat sich nicht viel geändert. Klar, die Band klingt moderner und das Songmaterial wesentlich frischer, aber die progressiven Elemente mischen sich noch immer mit den Einflüssen von Faith No More und 90er Jahre Groove Metal. Warum mich Sänger Ben Huggins manchmal (besonders im Song „Drama“) an Ugly-Kid-Joe-Sänger Whitfield Crane erinnert, kann ich jetzt auch nicht sagen, ist aber so!

„In The Clouds“ ist dann der erste neue Song seit siebzehn Jahren welcher erklingt. Ja, das klingt sperrig! Gesang, welcher sich auch bei einer Grungeband wohlgefühlt hätte, die Musik groovt ordentlich, aber irgendwie scheinen die Galactic Cowboys die Handbremse noch ein wenig angezogen zu haben. Das ändert sich etwa in der Mitte des Songs, der Sänger legt eine Pause ein und die Band scheint etwas zu improvisieren. Irgendwie cool, aber auch irgendwie seltsam. Danach gibt es wieder Handbremse!

Die Handbremse ist dann aber mit Beginn von „Internal Masquerade“ passé. Mit wesentlich mehr Tempo geht die Band nun in die Vollen. Ein herrlicher moderner Metal-Song, welcher aber auch deutlich die Wurzeln der 90er Jahre nicht verschweigt!

Bei „Blood In My Eyes“ schnallt man sich (oder seine Ohren) dann besser an. Stakkatoriffs peitschen aus den Lautsprechern. Der Sänger wechselt zwischen Shouts und melodischem Gesang hin und her. Geht er zum harmonischen Gesang über, dann folgen ihm die Instrumentalisten und zaubern schöne Melodien über die harte Rhythmik! Saucool!

„Losing Ourselves“ ist auch so ein harter Batzen und „Hate Me“ dringt manchmal schon fast in Hardcore Gefilde vor!

Also, ich würde sagen, nach siebzehn Jahren hauen die Galactic Cowboys mit „Long Way Back To The Moon“ ein ziemlich gutes Comeback gelungen. Ich hoffe da folgen noch ein paar Alben mit der gleichen Qualität!

1. In The Clouds
2. Internal Masquerade
3. Blood In My Eyes
4. Next Joke
5. Zombies
6. Drama
7. Amisarewas
8. Hate Me
9. Losing Ourselves
10. Agenda
11. Long Way Back To The Moon
12. Believing The Hype (Bonus Track)
13. Say Goodbye To Utopia (Bonus Track)

https://www.facebook.com/galacticcowboys/

Galactic Cowboys - Long Way Back To The Moon (Mascot Label Group, 17.11.2017)
4.0Gesamtwertung