Habt ihr nicht auch schon immer mal nach einem Frustkiller gesucht… sei es in Form von alkoholhaltigen Kaltgetränken oder Wänden, die man am liebsten eingerannt hätte?!

Wir haben endlich eine Alternative zur Selbstkasteiung gefunden, denn das neue Album der Hannoveraner Punk-Rocker von Frustkiller steht quasi vor der Tür und das „Treibgut“ ist in zwölf mund- bzw. eher ohrgerechte Stücke aufgeteilt… hier haben Sänger Marcel, Gitarrist Martin, Basser Raffael und Schlagzeuger Tobias sich Mühe gegeben, die einzelnen Häppchen derbsten Punkrocks wohldosiert zu verabreichen!

Zwanzig Jahre Banderfahrung haben die Jungs weit gebracht… weg von den einfachen „Drei Akkorde“ Songs der Anfangstage, hin zu den energiegeladenen und durchaus rauen Nummern der heutigen Zeit.

Bieten uns andere Bands des Genres ihre Texte aktuell schön verschachtelt und „um die Ecke denkend“ dar, so legen die Frustkiller eher Wert darauf, ohne Ausschweife und mit schonungsloser Gelassenheit auf den Punkt zu kommen… dazu dann noch hart gespielte Gitarren und fertig ist Sache!

Ach nee nicht ganz, ein besonderes Augenmerk möchte ich noch auf Marcels Stimme legen… meine Fresse, wie hat er die denn nur so dreckig und schön rotzig hingekriegt. Ich habe das früher auch mit einer Menge Gerstenkaltschale und dem einen oder anderen schottischen Torf-Trunk versucht, konnte das Ganze aber trotz unzähliger durchzechter Nächte nie wirklich perfektionieren – hier haben wir es wohl mit einem Naturtalent zu tun, was?!

So, jetzt aber zurück zur Frustbewältigung… auf „Treibgut“ trifft man neben selbigem genannten Opener auch die lieben Herren „Zahlemann & Söhne“ an und damit einen „Der Moment“ erhellt benötigt man vielleicht so manches Mal das eine oder andere „Serum“.

Weiß eigentlich noch jemand „Wie es begann“… naja, also wenn gar nichts mehr geht, dann „Halt mich fest“, bevor „Ein Leben in Angst“ mich komplett zerstört. Nach dem Motto der König ist tot „Es lebe der König“ gibt man sich ganz gerne mal dem einen oder anderen hochprozentigem Getränk hin, was auch schon mal „Polytoxisch“ enden kann!

Spätestens wenn dann die „Muckerpolizei“ den Saft abdreht kann man sehen, wer hier die „Männer aus Stahl“ sind… also ich meine die Typen, die den Metal mit ihren Lederkutten, engen Jeans und durchgestylten Frisuren zelebrieren und vor „die Haare wehen lassenden“ Ventilatoren und bombastischen Pyro-Apokalypsen auf den Bühnen nicht zurückschrecken – genau diese Herren, ihr wisst schon!

Ehrlich gesagt hätte man früher diese Mischung aus Fun und harter Realität, aus verzerrten Gitarren und hämmernden Drums gut und gerne als Geschrammel und Gewemmse abgetan… aber genau so muss das sein, wir sind ja nicht auf einem Kindergeburtstag – das „Treibgut“ trifft einen mit zwölf Stücken genau zwölf Mal da wo es weh tut!

Frustkiller bieten auf „Treibgut“ – elf Jahre (!) nach ihrem letzten Longplayer – von Rock über Punk bis zum Metal eigentlich alles, was das Herz eines alternden punkinteressierten Teilzeit-Lebensfrustrierten begehrt… somit geht mein Daumen nach oben und der Regler an der Anlage in Richtung „110%“!

 

Frustkiller - Treibgut

Titel:
1. Treibgut
2. Zahlemann & Söhne
3. Der Moment
4. Serum
5. Wie es begann
6. Halt mich fest
7. Ein Leben in Angst
8. 110%
9. Es lebe der König
10. Polytoxisch
11. Muckerpolizei
12. Männer aus Stahl

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Frustkiller – Treibgut (Yellow Snake Records/Timezone, 20.01.2017)
4.3Gesamtwertung