Mit Free Throws neuem Album „Bear Your Mind“ setzt sich eine derzeit recht interessante Bewegung in der Modern Emo-Szene fort, bei der viele Bands beginnen, ihren 90s-Emo-orientierten Sound um einige Elemente zu erweitern. Dabei stehen vor allen Dingen eine reichere Fülle an Klangfarben und Texturen im Fokus.

In einigen Fällen lässt sich sogar interessanterweise beobachten, dass Bands, die diesen Weg einschlagen, ihr derzeit aktuellstes Album auf dem New Yorker WMG-Subdivision-Label Triple Crown Records veröffentlichen. Beispiele dafür wären die Kollegen von You Blew It! mit „Abendrot“ vor knapp einem halben Jahr und Sorority Noise, die mit „You’re Not As_As You Think“ ihren Brand New-esquen Sound erstmals auf Major-Bühne präsentierten.

Nun reihen sich auch Free Throw aus Nashville, Tennessee in dieses Muster ein und veröffentlichen mit „Bear Your Mind“ ein Album, das sich durchaus mit den bereits genannten Interpreten vergleichen lässt. Der Grundstock lässt sich auch hier noch lose als Modern Emo bezeichnen, wird aber durch die glatte Überproduktion etwas mehr in Richtung Alternative Rock und Mainstream-Kompatibilität gedrückt. Da ist es gut, dass das stückweise leicht unkonventionelle Songwriting des Quintetts, sowie die starken Texte das Album trotzdem interessant bleiben lassen.

Schon der Opener „Open Window“ kommt etwas verquer daher, inklusive Lo-Fi-Tape-Button-Press-Sample und verhaltener Akustikgitarre, begleitet von so großartigen, eröffnenden Worten „At the age of ten, my father showed me what men, are truly made of, and that’s what I’m afraid of“, die in zwei aufeinanderfolgenden Stabreimen den perfekten Einstieg in eine emotional hoch aufgeladene, verletzliche und intensive Platte bieten.

Doch schon während den darauffolgenden Songs „Rinse.Repeat.“ und „Randy, I Am The Liquor“ offenbart sich mit schnellem Skatepunk-Beat und vereinzelten Screamings der aggressivere Gegenpol des Nashviller Quintetts, zwischen dem sich dann der Rest des Albums einpendelt.

„Bear Your Mind“ ist ein Album, das vor allen Dingen von dieser Dynamik und einem heterogenen Songwriting lebt, somit über seinen gesamten Course interessant bleibt und Triple Crown nach You Blew It!, Tiny Moving Parts und Sorority Noise ein weiteres, gelungenes Signing bescheinigt (zugegeben, ein Kinderspiel wenn etwaige Bands sich vorher schon auf angesagten Indie-Labels beweisen konnten).

Für die bisher wenig bekannten Free Throw sicherlich eine großartige Möglichkeit, eine breitere Fanbase zu erreichen. Das Potential dazu ist definitiv gegeben.

 

01. Open Window
02. Rinse. Repeat.
03. Randy, I Am The Liquor
04. Weight On My Chest
05. Hope Spot
06. Weak Tables
07. Andy And I, Uh…
08. Cal Ripken Jr Johnson
09. Dead Reckoning
10. Better Have Burn Heal
11. Victory Road

Free Throw - Bear Your Mind (Triple Crown Records, 26.05.17)
4.4Gesamtwertung