Die letzte Enforcer-Platte „Zenith“ wurde ob ihrer Melodielastigkeit von vielen Seiten geschmäht. Der Drummer der Band, Jonas Wikstrand, geht mit seinem eigenen Projekt Forever sogar noch einen Schritt weiter. Ganz weit zurück in die späten 70er und frühen 80er zum melodischen Rock und AOR-Klängen.

Stets eingängig, gerne immer ein bisschen flauschig, präsentieren sich die zehn Songs des namenslosen Debütalbums. Große Harmonien und Melodien prägen den Sound von Forever. Journey, Survivor und Foreigner lassen musikalische Grüße da. Zwischendurch wird’s aber auch mal etwas funky („Rosebud“), härter im Abgang („Got Me“) oder man versucht sich an einer Art Disco-Pop („Call Out My Name“). Herr Wikstrand ist sich für nix zu schade. Bei „Runaway Through Time“ lässt er sogar großes Keyboard-Drama auf lockere Handclaps treffen.

Hier hat sich hörbar jemand ausgetobt. Forever klingen am Ende auch wie ein Ein-Mann-Projekt, selbst wenn Jonas‘ Bruder Olof und Eirik Røland als Gäste an der Lead-Gitarre zu hören sind. Den Low-Budget-Projektcharakter kann man nämlich bis zum Ende nicht abschütteln. Schade, denn die Songs hätten sicher noch mehr hergegeben.

So bleibt am Ende ein nettes, aber enorm unauffälliges Melodic-/AOR-Album, welches ein bisschen kurios klingt.

 

Trackliste:
1. Anywhere You’ve Gone
2. Call Out My Name
3. Got Me
4. Train
5. Rosebud
6. Runaway Through Time
7. Hell To Pay
8. Mayday
9. Blame Me For Trying
10. Hope

 

Forever - Forever (Evil Confrontation Records, 19.04.2019)
3.3Gesamtwertung