Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Concrete & Cold“ gingen die Meinungen schon kilometerweit auseinander. Die bereits veröffentlichten Singles haben die Musiklandschaft aufhorchen lassen, den einen oder anderen aber auch bestätigt. Denn hier und da konnte man auch die „Ach, das ist doch alles aufgeblasener Kram“ Stimmen hören. Für mich persönlich sind die Foo Fighters mit Songs wie „Everlong“, „Monkey Wrench“ und „Learning To Fly“ eine der ganz großen Bands und ohne bisher ein Date mit ihm gehabt zu haben, macht Herr Grohl einen sympathischen Eindruck. Auch die folgenden Alben konnten begeistern, auch wenn die Euphorie nicht ganz so groß wie bei „The Colour and the Shape“ war.

Jetzt heißt es also mit „Concrete & Gold“ beschäftigen. Freudig erregt habe ich mich also auf die 11 Songs gestürzt.

Das geht schon los mit dem Intro „T-Shirt“. Wäre das Intro ein Tier, wär es ein sich auf Brust trommelnder Gorilla, der damit „Hey, hier bin ich“ schreit. Und nach den knapp 1:30 Minuten eröffnet dann auch „Run“ das Album mit einem standesgemäßen Foo Fighters Hit. Kannste machen was du willst, aber spätestens nach 2-3 Durchläufen fühlst du dich wieder wie in Foo Fighter-Hausen angekommen. Melodisch dicke Rocknummer, mit einbrennendem Riff. Luftgitarre und so. So gehen die Foo Fighters!

 

 

 

 

Mit „Make It Right“ geht es anschließend zwar langsamer, aber gewohnt rockig weiter. Die eingängigen Refrains und das fast schon groovende Riff lässt den Kopf wackeln und den Fuß wippen. Aber auch wenn wir es hier mit einem lupenreinen und gewohnt guten Foo Fighers Song zu tun haben, bleibt er für mich eine Ecke hinter „Run“ zurück. Das folgende „Sky is the Neighboorhood“ war schon eine weitere Vorab-Single und schließt komplett an „Make it right“ an, da er schlicht und ergreifend ähnlich aufgebaut ist. Das kann gut sein, lässt mich im Gesamtbild aber eher auf die Weitertaste drücken. Nicht falsch verstehen! Beide Songs sind ansich gute Rocksongs, aber in mir löst es eher einen „Da muss jetzt noch was kommen“ Reflex aus.

Und so startet „La Dee Da“ auch wieder mit mehr Arschtritt und Power und kramt tief in der Kiste mit Dingen die ich an den Foo Fighters  so schätze. Nämlich einer Gitarre die mich am ersten Akkord einen Song erkennen und mein mit Bier ausgerüsteten Arm hochreissen lässt. So geht „La Dee Da“ einfach mehr ab. Gut so!

Leider ist „Dirty Water“ dann wieder eher ein Ausreisser nach unten und bis es bei 02:30 lauter wird, hab ich schon fast das Gefühl einen schlechten Weezer-Song vor mir zu haben. Hier werden die lässigen Songelemente eher zum schleppend langweiligen Sound. Alles auch gar kein Problem, nur kennt man ja die großen Ankündigungen von einem Dave Grohl im Vorfeld einer Veröffentlichung und da hätte ich schon bis an diese Stelle mehr erwartet. Wie mein alternder Kollege immer zu sagen pflegt „Da ist noch Speck im Topf!!“.

„Arrows“ kommt dann plötzlich genauso mit eher langsamen und stellenweise langweiligen Parts um die Ecke. Doch hier wird der Song einfach durch den gewohnten bombastischen Songaufbau eines typischen Foo Fighters Song gerettet. Der sich aufbauende Refrain explodiert dann in einem Gitarrengewitter, um anschließend mit vor sich hinplätschernden Strophen relativ farblos zu bleiben. Kann man machen, aber ich verweise wieder auf meinen Kollegen weiter oben.

Das komplett lässige „Happy Ever After“ hat mich dann wieder voll im Boot. Das großartig entspannte „…there are no superheroes now“ ist für mich dann auch wieder die absolut passende ruhigere und augenzwinkernde Gegenseite der Foo Fighter Feiersongs und passt einfach rein.

Für mich wäre jetzt die einzige logische Konsequenz ein Kracher wie „Run“ im Anschluß, aber hier geht es eher wieder schleppend weiter und mit „Sunday Rain“ frage ich mich, wie man eine so typische mitreissend Rockshow mit diesem Album füllen will. Ohne die alten Hits auszupacken wird das vermutlich nichts. Dafür bietet „The Line“ danach wieder den typischen eingängigen Alternative Rock mit Hitpotential, wie wir ihn eigentlich das ganze Album über gerne gehabt hätten.

Und der Titelsong „Concrete & Gold“ kommt dann am Schluß als vor sich hinplätschernder Versuch einer .. ja was eigentlich? Ballade? Auf jeden Fall nichts, was mich packt.

Insgesamt finde ich das dieses Album seine Höhen und seine Tiefen hat. Es ist eindeutig ein Foo Fighters Album. Es sind 2-3 Hits dabei. Aber leider ist es für ich wieder nicht das, was ich von dieser Band erwartet hätte. Aber warum sollte Herr Grohl auch meine bescheidenen Wünsche erfüllen? Vielleicht weil ein großer Teil der Hörerschaft auch mehr erwartet hätte? Mag sein. Aber auf jeden Fall werden sich an diesem Album die Geister scheiden. Reinhören sollte man definitiv, kaufen wird es danach vermutlich nicht jeder.

 

 

  1. T-Shirt
  2. Run
  3. Make It Right
  4. The Sky Is A Neighbordhood
  5. La Da Dee
  6. Dirty Waters
  7. Arrows
  8. Happy Ever After (Zero Hour)
  9. Sunday Rain
  10. The Line
  11. Concrete & Gold
Foo Fighters - Concrete & Gold (Sony Music, 15.09.2017)
2.5Gesamtwertung