Final Hour heißt eine neue Band aus Dänemark, die nun mit ihrem selbstbetitelten Debüt um die Ecke kommt. Das Quartett spielt modernen Melodic Death Metal (oder das was man heute dafür hält) mit massivem Sound und auf Eingängigkeit gepolt. Als Produzent stand der Truppe dabei tatsächlich Flemming Rasmussen (der Mann hinter den Metallica-Klassikern von 1984 – 88) zur Seite.

Heraus kam ein durchdachtes und einwandfrei und professionell produziertes Werk, welches dem Fan von Truppen wie Arch Enemy oder Soilwork munden dürfte. In sich ist das Ganze stimmig. Ein düsteres, distopisches Konzept, eingängige Songs, Musikalität und ausgefeiltes Songwriting. Hier gibt es kaum etwas das man tadeln müsste.

Aber da wäre noch ein „aber“: So richtig springt der Funke (zumindest beim Rezensenten) nicht über. Wenn Final Hour mal äußerst wild und dann wieder zeitgemäß groovend losbrettern, hat das schon was. Aber dann kommt die ständig gleiche, oft viel zu poppig klingende Refrain-Kombination aus Growls und klar gesungener Harmonie, die spätestens nach dem dritten Song äußerst vorhersehbar ist und die sich zwar eingängig gibt, aber nicht besonders ohrwürmelt. Wenn man das mal auslässt und wie bei „The Final Hour“ oder „On The Line“ (tatsächlich die einzigen Ausnahmen!) einfach mal hart durchbrettert, sorgt das immerhin für Abwechslung, auch wenn die betreffenden Songs jetzt auch nicht die größten Highlights sind.

Das ist insgesamt wirklich schade. Denn jeder Song für sich steht irgendwie ganz gut da. Aber als Masse auftretend, schaltet man irgendwann etwas ab. Das klingt jetzt auch viel negativer, als es ist. Die Band kann schon was. Vielleicht sind wie hier auch nur die falschen Adressaten. Ach, ich weiß auch nicht… Melo-Death-Jünger der neuen Schule: mal ein Ohr riskieren!

Trackliste:
1. Soulless Wanderer
2. Future Fortune
3. Never Bow Down
4. Dark Spirit
5. Raven’s Call
6. The Ravens
7. Line Crossing
8. Soldiers Of Misfortune
9. Once You’ve Spilled
10. On The Line
11. Mirror Image
12. The Grand Imposters
13. The Final Hour

Final Hour - Final Hour (Wargear Records, 23.02.2018)
3.0Gesamtwertung