„Manchmal kommen sie wieder“ Teil 1.346.345, oder so… Mit Evildead meldet sich nach knapp drei Jahrzehnten wieder eine alte Haudegen-Band zurück. Zudem durchgehend mit originalen Bandmitglieder aus der „guten alten Zeit“ besetzt. Kommt auch nicht alle Tage vor. Und gemeinsam versucht man gar nicht erst sein altes Baby rundzuerneuern. Der Sound wie anno 1989, ein Repka-Cover im typischen Stil prangt an der Front. Jawohl, es kann so einfach sein.

Die alten Fans können jubeln, Evildead anno 2020 sind auch irgendwie Evildead anno 1989. Zackig straighter Thrash Metal steht auf dem Programm. Angefüttert von Riffmeister Juan Garcia (ex-Agent Steel, Bodycount) zockt man sich durch aufs Nötigste arrangierte, giftpfeilartige Songs. Das war vor 30 Jahren aufregend und mitreißend und könnte es auch heute noch sein. Aber verglichen mit der Konkurrenz (z.B. Onslaught) wirken Evildead auf „United States Of Anarchy“ über weite Strecke etwas zu altbacken mit ihren simplen, überwiegend hookfreien Nummern.

Klar, wenn man mal – wie nicht gerade selten – deftige Gangshouts wie in „Greenhouse“ ausspuckt, macht das schon Laune und lädt zum Mitgrölen ein. Doch so richtig durchgehend begeistert nur wenig. Es herrscht reges Durchschnittsfeeling – alles irgendwie lässig, aber alles auch recht schnell wieder vergessen. Dazu hat man das Ganze auch schon zu oft gehört. Manchmal wird es sogar regelrecht unangenehm, wie beim Refrain von „No Difference“.

Am Ende ist „United States Of Anarchy“ zwar nicht durchgehend schwach, aber um das Ding ein Comeback nach Maß (siehe z.B. Benediction, Hittman) zu nennen, fehlt leider noch einiges.

 

Trackliste:
1. The Descending
2. Word Of God
3. Napoleon Complex
4. Greenhouse
5. Without A Cause
6. No Difference
7. Blasphemy Divine
8. A.O.P. / War Dance
9. Seed Of Doubt

 

 

Photo-Credit:  Alex Solca

Evildead - United States Of Anarchy (Steamhammer/SPV, 30.10.2020)
3.3Gesamtwertung