Wenn ein Konzert als perfekt zu bezeichnen ist, dann das was am vergangenen Samstag in der Messehalle 4 in Klagenfurt stattfand:

Element of Crime

Der letzte Streich meiner persönlichen Klagenfurt-Konzert-Woche fand somit dann am 21.11.2015 in der Messehalle 4 statt. Und besser hätte es für mich persönlich auch gar nicht enden können.
Element of Crime waren zu Gast und wussten mit einer ganz wunderbaren Setlist zu begeistern.
Die Vorband am Abend war The Base und hatte bereits begonnen, als ich den Konzertsaal betrat.

Bereits für die Vorband gilt: Volltreffer! The Base ist eine Band aus Graz, welche auch schon seit einigen Jahren existiert und ordentliche Bühnenpräsenz vorzuweisen hat. Ich kannte The Base bis dato leider noch nicht.
Eine Stimme mit sehr hohem Wiedererkennungswert, mit Akustikgitarre und Cajon – die Aufstellung sah schon äußerst vielversprechend aus und diesen ersten Eindruck bestätigte das halbstündige Set von The Base dann auch. Akustik-Singer/Songwriter Atmosphäre durch diese Live-Besetzung. Auf Platte bestätigt sich dieser Gesamteindruck dann sogar noch deutlicher.
Hört hier mal rein! Songempfehlungen: „The Rats won´t leave the ship (yet)“, (Say goodbye to) Scooterboy.

Nach einer sehr kurzen Umbaupause begannen Element of Crime dann mit ihrem Set um kurz nach 20.30 Uhr. Nunja, Leute die mich kennen, wissen wie ich zu der Band stehe und meine Ansicht wurde durch diesen Abend erneut rundum bestätigt.
Zuletzt gesehen habe ich Element of Crime 2009 in Essen im Delta Park beim Grand Hotel van Cleef Fest – ewig her!
Vor lauter Euphorie und Freude Element of Crime endlich wieder live sehen zu können, habe ich dann direkt vergessen, welchen Song sie als Nr. 1 auf der Setlist hatten. Nachdem ich mich gefangen hatte konnte ich dem Konzert dann auch wieder ohne Probleme folgen, was für diese Review auch einen ganz wichtigen Aspekt darstellt.

Viele Songs der Setlist kannte ich, einige gar nicht, mit anderen hatte ich nicht gerechnet.

Element of Crime ist eine der deutschsprachigen Bands, welche seit Jahren ihrem Stil treu geblieben ist und genau dies macht das alles so besonders. Die Person Sven Regener in der Mitte der Bühne ist der klare
Frontmann und die Person, welche meistens im Blickpunkt steht. Aber genauso wichtig sind alle anderen
Mitglieder und das wird live noch deutlicher, als es das auf Platte ohnehin schon ist. Die Band strahlt einfach eine gewisse Stimmung aus, welche kaum in Worte zu fassen ist.
Von der ersten Sekunde an fühlt man sich in dieses Element of Crime-Universum hineingezogen, man kann und will diesem auch gar nicht entfliehen.
Wie bereits erwähnt, erkannte ich einige Songs nicht bewusst wieder – was in der Menge der Platten in den verganenen Jahrzehnten auch nicht sonderlich verwunderlich ist – dennoch waren diese Klänge und der
Gesang bei jedem einzelnen Song so vertraut.

Waren mir die beiden ersten Songs der Setlist noch nicht so gefläufig, folgte ab Song drei dann eine regelreche Aneinanderreihung meiner Lieblingssongs – als hätte Sven Regener mich gefragt, was ich denn gern hören möchte; ich hätte kaum anders antworten können, als es die Setlist dann tat.
Song Nr. 13 war ein mir unbekannter englischer Song, den ich damit leider nicht bennenen konnte.
Track 14 „Immer nur geliebt“ allerdings war dann ein Track der „Irgendwo im Nirgendwo“-EP, welche für eine Theaterinszenierung von Leander Hausmann entstanden ist – für mich eine riesige positive Überraschung den Song live zu hören.
Es wurde auch einfach nicht schlechter: „Michaela sagt“, „Wenn der Wolf schläft…“, „Kaffee und Karin“, „Immer da wo du bist, bin ich nie“ und der Abschluss des Hauptsets „Lieblingsfarben und Tiere“ waren eine Flut von Hits hinterander weg!
Die Zugaben setzten dem gesamten Konzert dann noch eine weitere Krone auf „Weißes Papier“ und
„Delmenhorst“ in der ersten Zugabe.
Nachdem der Applaus, als die Band die Bühne verlassen hatte nicht abnahm, kamen Regener und Co. für eine zweite Zugabe heraus: „4 Stunden vor Elbe“ (einer meiner absoluten Lieblingssongs von Element of Crime) sorgte bei mir dann für mehrere Phasen von Gänsehaut. Dieser Zugabe angeschlossen folgte dann der Song „Straßenbahn des Todes“ von der 2005 erschienenen Platte „Mittelpunkt der Welt“ (für mich eine der besten deutschsprachigen LPs), bevor die Band erneut die Bühne verließ.

Weitere Minuten vergingen mit riesigem Applaus, sodass die Band nochmals die Bühne betrat und eine dritte Zugabe spielte. Zunächst „Alten Resten eine Chance“ von der 1993er LP „Weißes Papier“ und zum krönenden Abschluss dann „Dieselben Sterne“ von der aktuellen Platte „Lieblingsfarben und Tiere“ rundeten diesen wundervollen Konzertabend ab.

Ich darf bekannt geben (falls es nicht ohnehin schon deutlich wurde), dass ich seit Jahren ein Anhänger von Element of Crime bin, dieses Konzert am vergangenen Samstag ließ meine Liebe zu dieser Band nochmals neu entfachen und bringt mich erneut dazu, dass ich wirklich jeder Person, welche es mit deutschsprachiger Musik hält, immer und immer wieder ein Element of Crime Konzert empfehlen werde! Pure Unterhaltung und die Flucht in eine eigene Welt, in ein eigenes Universum sind gegeben. Selten, sehr selten bin ich bisher mit einem riesigen Grinsen im Gesicht aus einer Konzert-Venue hinausgetreten.
Dieses Konzert war eines der Top 3 Konzerte meines Lebens. Einfach mal ein riesiges Dankeschön an Element of Crime für einen solch besonderen Abend hier in Klagenfurt!

Die altbewährte Bewertungsskala vom Handwritten Mag umfasst ja leider nur 5 Sterne – diesem Konzert hier würde ich allerdings sehr gern und verdientermaßen 10 Sterne geben wollen, wenn wir in dieser Bewertungsart verweilen wollen! Also: die imaginären 10 von 5 Sterne haben Element of Crime somit jetzt erhalten!

Element of Crime immer & immer wieder! DANKE!

Foto: André Becker

Foto: André Becker

Setlist Element of Crime, Messehalle 4, Klagenfurt am 21.11.2015
(Track 1 fehlt, wie oben angeführt. Track 13 war ein englischer Track, kannte ich nicht – fehlt daher leider ebenfalls)

01. –
02. Rette mich vor mir selber
03. Schwert, Schild und Fahrrad
04. Draußen hinterm Fenster
05. Ein Hot Dog unten am Hafen
06. Dunkle Wolken
07. Blaulicht und Zwielicht
08. Liebe ist kälter als der Tod
09. Don´t you smile
10. Der Mann vom Gerich
11. Immer so weiter
12. Am Ende denk ich immer nur an dich
13. –
14. Immer nur geliebt
15. Michaela sagt
16. Wenn der Wolf schläft, müssen alle Schafe ruhen
17. Kaffee und Karin
18. Immer da wo du bist, bin ich nie
19. Lieblingsfarben und Tiere

Zugabe:
20. Weißes Papier
21. Delmenhorst

Zugabe 2:
22. 4 Stunden vor Elbe
23. Straßenbahn des Todes

Zugabe 3:
24. Alten Resten eine Chance
25. Dieselben Sterne