Nachdem sechs Jahre seit dem letzten Album „Definitiv: Nein!“ ins Land gezogen waren, haben EA80 mit „Definitiv: Ja!“ seit Anfang des Monats ihr dreizehntes Album am Start.

Schon seit 1979 sind die Urväter des Düster-Punk nun schon unterwegs und produzieren quasi ganz im Verborgenen ein Album nach dem anderen – immer mit einem guten zeitlichen Abstand zu den Vorgängern, stilistisch haben sich EA80 aber in den weit über dreißig Jahren beinahe gar nicht verändert.

Wenn man beim Titel auch glaubt, dass mittlerweile alles schön ist und man mit erhobenem Haupt in eine rosige Zukunft gehen kann, dann darf ich euch natürlich sofort enttäuschen und daran erinnern, dass wir es hier schließlich mit „den“ Düster-Emo-Punks der Republik zu tun haben.

Melancholische Songs voller Tiefgang und Texte die für sich selber sprechen – die man aber auch von je her nicht wirklich erklären kann – darf man natürlich wie gewohnt auf „Definitiv: Ja!“ erwarten. Das Tempo ist auch wieder vorhanden und verbindet sich wie immer hervorragend mit der depressiven Gesangsstimme von Frontmann Junge, der mich hiermit in gewohnter Art und Weise fesselt.

Auch dieses Mal haben sie nichts an Kraft und Wut eingebüßt, denn auch wenn Sänger Junge, Basser Oddel, Gitarrenmann Hals Maul und Schlagzeuger Nico ja mittlerweile verständlicherweise ein wenig ins Alter gekommen sind, so treiben sie weiterhin druckvoll und energiegeladen ihr Unwesen, wie beispielsweise bei „Rueckkehr des Kreises“ oder bei „Insektengott“.

Besonders gut haben mir der Opener „Ramputate“, der an „Vorsicht-Schreie“ Zeiten erinnernde „Souvenirshop“ und das „Schlusslicht“ gefallen, aber auch die anderen Nummern haben erneut viel Potential – besonders eingeprägt hat sich mir „Mantra“, welches wieder die Nähe von EA80 zu Ina Curtis und den guten alten Joy Division in Erinnerung bringt!

Da EA80 in Punk-Kreisen schon seit Jahren absoluter Kult sind, ist eine pauschale Bewertung an sich schon sehr schwierig! Ich selber habe die Band Mitte der 90iger mehrmals live erleben dürfen und war damals absolut angetan… besonders der gemeinsame Gig mit den Boxhamsters im Rattenloch in Schwerte war damals das Maß aller Dinge.

Daher gebe ich – natürlich in diesem Zusammenhang nicht ganz objektiv – eine Kaufempfehlung ab, verweise aber direkt darauf, dass die Mönchengladbacher schon eher etwas für einen kleinen erlesenen Kreis sind…!

Ich würde ja sagen, schaut euch ein wenig auf der Homepage oder bei Facebook um, aber nicht nur das es im Netz wenige Fotos der Band gibt, auch boykottieren sie weitestgehend immer noch die ganze Internet bzw. Social-Media-Geschichte – aber immerhin findet ihr hier schon mal die inoffizielle Fanpage von EA80 😉

Vielleicht habe ich ja nun den einen oder anderen bisher Unwissenden neugierig gemacht, ich persönlich freue mich zumindest schon einmal auf die Veröffentlichungen der nächsten zwanzig Jahre – vielleicht schließen EA80 den aktuellen Zyklus ja dann in sechs Jahren mit dem Album „Definitiv: Vielleicht!“

Erschienen ist „Definitiv: Ja!“ als CD und als Vinyl im 350 Gramm-Inside-Out-Karton… somit ist für Plattenfreunde genauso etwas dabei, wie für „Musik gerne bei der Fahrt hören wollen“ Fans, wie ich es einer bin!

 

Titel:
1. Ramputage
2. Rueckkehr des Kreises
3. Riot Grrrrrls
4. November
5. Insektengott
6. Souvenirshop
7. Alte Schule England
8. Definitiv: Ja!
9. Fahrersitz
10. Schlusslicht
11. Mantra

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EA80 - Definitiv: Ja! (Major Label/Broken Silence, 01.09.2017)
4.4Gesamtwertung