Stoner-Rock-Bands gibt es ja nicht erst seit heute wie Sand am Meer. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um nicht mit der Masse mit zu schwimmen und in dieser unter zu gehen. Und das tun die Franzosen von Dot Legacy durchaus. Man sieht sich gerne als eine Art zweigeteilte Gruppe. Zum einen gibt es das die experimentelle Seite, bei der man nach unkonventionellen Ansätzen sucht. Auf der anderen möchte man sein Publikum einfach zum Arschwackeln bringen.

Ob das gut geht? Bei Dot Legacys zweiten Album „To The Others“ schon irgendwie. Auch wenn die Platte immer mal wieder etwas öde bzw. austauschbar wird. Denn man schwankt nicht selten zwischen Genialität und Egalität, bzw. Stirnrunzeln. Wenn man so richtig eigenwillig die Sau rauslässt, klingt man fast, als würde die Jon Spencer Blues Explosion plötzlich richtige Songs spielen wollen.

Gleich der Opener „Horizon“ ist ein solches Exemplar. Zuerst blubbert das Ganze recht entspannt vor sich hin, bevor es derbe fuzzy wird und man aufgewühlten Sprechgesang in die Runde wirft. Das Ganze nimmt einen seltsamen, aber auch coolen Weg. „5314“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, verharrt in der Mitte aber irgendwie flirrend proggy. „Grey Cardinal“ klingt teilweise wie eine Art Stoner-Soul. Hui, etwas verrückt ist dieser Haufen schon und langweilig wird es hier kaum.

„Dakota“ und „Pioneer“ stehen dafür am anderen Ende des Spektrums. Wo man bei der einen Nummer cool rockend und eingängig nach vorne groovt, schließt die andere die Platte zuerst hymnisch und dann recht blumig ab.

Bei Dot Legacy weiß man von Anfang an nicht, ob ein Titel so aufhört, wie er angefangen hat. Das hat was. Doch manchmal lässt man eine klare Linie auch etwas vermissen, wie zum Beispiel bei Fuzz-Rocker „Story of Fame“. Spannend, aber nicht in letzter Konsequenz mitreißend.

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Trackliste:
1. Horizon
2. Grey Cardinal
3. 211
4. 5314
5. Dakota
6. The Twelve
7. Story Of Fame
8. Pioneer

Dot Legacy - To The Others (Setalight Records, 25.11.2016)
3.3Gesamtwertung