Es war einmal 2001. Ich war 21 Jahre alt, nach der Schule und am Anfang des Studiums. Und ich war dauervoll. Anders, cooler oder schöner kann man das nicht ausdrücken. Aber wie das so auf dem Land ist, war man nicht in den Szeneblasen der Großstädte, sondern auf Dorfpartys und in Jugendräumen unterwegs. Privatpartys, die fast immer mit Dicke-Eier-Hymnen wie „Carry On“ von Manowar endeten, wenn man zu „I’m Broken“ von Pantera schon einmal die Nackenmuskeln hat knacken lassen. Das war bevor Phil Anselmo komische „White Power“-Ausfälle hatte.

Und genau zu dieser Zeit kam eine Band, die ich wie viele andere Hoschis erstmal eine ganze Weile mit dem Leibgericht der amerikanischen Polizeidudes verwechselte und einen so krass amerikanischen Sound mitbrachte. Und dabei gab es die Donots bereits eine ganze Weile. Aber wie gesagt, Dorf. Und außerdem war die Reichweite von Fanzines nicht so wie die von Facebook. Und selbst die ist mittlerweile scheiße! Egal.

Also erinner ich mich noch genau an meine erste Begegnung mit diesem geilen Stück Pop-Punk. Ich war mit Kumpel Kanne auf der Fahrt zu einem kleinen Festival (wo ich dann Madsen noch als Hoerstuatz sehen würde, wusste ich nur noch nicht). Und bei Bier und Jägermeister fragte mich Kanne ganz aufgeregt ob ich die Donots denn kennen würde. Und schon ballerten mir „Whatever happened to the 80s“, „Room with a view“ und „Today“ um die Ohren. Alter! Was sind das denn für Ohrwürmer?

Ich habe mir gerade vor einer Weile eine 2000er Melodycore/Punkrock/Blabla Spotify-Playlist gebastelt und bin so auch wieder auf „Pocketrock“ gestoßen. Anschließend gab es erstmal wochenlang wieder jeden Tag „Room with a view“.

Das Spannende ist ja auch, dass fast jeder irgendwas mit der Band aus Ibbenbüren verbindet. Ob er will oder nicht.  Meine Frau erzählte mir gerade vom Deichbrand 2008 (Matschbrand) und das sie eine Freundin vor die Bühne begleiten musste. Wetterbedingt war nix los, aber die Donots haben sich trotzdem „…die scheiße aus dem Leib gespielt“.

Ich hab Ingo, Guido und Co. später mal kurz im Bremer Schlachthof durch Kumpel Matze kennengelernt und später bei Gin Tonic nach dem Grand Münster Slam mit Chuck Ragan in der Hotellobby zugehört, wie Ingo ihm über Hot Water Music vorschwärmt. Ich glaub das macht Ingo und die Donots insgesamt auch aus. Die Jungs haben sich die Fans in sich bewahrt und bei allen krassen Erfolgen die sie so vorzuweisen haben, sind sie einfach immer noch derbe Fans von guter Musik und den Leuten dahinter. Ich schweife ab….

 

 

„Pocketrock“! Auch wenn die Donots mittlerweile mehr als erfolgreich auf die deutsche Sprache umgeschwenkt haben, sind die alten Songs einfach die, mit denen ich so unglaublich viel verbinde. Die Fahrt zum Festival, einen mittlerweile aus den Augen verlorenen Freund, ziemlich viel Alkohol und diese Band, die es neben Bands wie Blink 182, Green Day und Co. mit relativ einfachen Pop-Punksongs immer geschafft hat selbst im kleinsten Dorfjugendraum ein Stagediven zu provozieren. Danke dafür!

 

 

  1. I Quit
  2. Whatever happened to the 80’s
  3. Superhero
  4. Today
  5. Don’t you know
  6. Room with a view (Give me Shelter)
  7. Watch you fall
  8. In Too Deep
  9. Radio Days
  10. Hot Rod
  11. Jaded
  12. At 23

 

 

Beitragsbild: Paul Gärtner