Das Kanada hervorragende Bands beherbergt ist ja schon seit jeher bekannt! Eine neue aufstrebende Rock-Combo darf sich spätestens seit Ende Februar zu ihnen gehörig fühlen.

Frech, forsch und voller Tatendrang kommen The Dirty Nil aus Ontario daher und versprühen einwandfrei den Schwung, den sie sich schon beim Titel ihres Erstlingswerks auf die wehenden Fahnen geschrieben haben!

Nachdem Fat Mike die Jungs vor vier Jahren unter seine Fittiche nahm und über `Fat Wreck Records´ zuletzt die EP „Smite“ veröffentlichte, wollen uns die jetzt bei `Dine Alone´ gesigneten The Dirty Nil einen ordentlichen Schwung „Higher Power“ bringen… und eins sage ich jetzt schon, dass klappt auch wunderbar, kein Scheiß!

Wer wie ich bisher auch noch nichts von dem Trio aus dem kleinen beschaulichen Dundas (irgendwo im kanadischen Nirgendwo) gehört hat kann sich zweierlei Dinge versichert sein… erstens darf man sich durchaus ärgern, dass man bisher noch nicht mit Luke (Gitarre, Gesang), Kyle (Schlagzeug) und Dave (Bass) zu tun hatte und zweitens wird sich das schnell ändern, denn The Dirty Nil haben definitiv Potenzial richtig durchzustarten.

Musikalisch lehnen sie es vehement ab dem Punk oder Hardcore zugeschrieben zu werden, wobei zumindest große Teile identisch sind… aber gut, belassen wir es beim angepunkten Rocksound mit Grunge-Einlagen, oder irgendwie so!

Parallelen zu Künstlern oder Bands wie `Fugazi´, den guten alten `Jawbreaker´ (meine Güte habe ich die geliebt!) oder auch den Jungs von `Weezer´, die erst vor Kurzem ein neues Album angekündigt haben, sind dann wohl eher zufällig, da das Trio uns glaubhaft klar machen möchte, dass sie erst durch diverse Vergleiche auf besagte Bands aufmerksam gemacht worden sind… was soll`s, die ewigen Vergleiche sind eh langweilig und lenken nur vom Wesentlichen ab!

Schon der Opener „No Weaknesses“ gibt die Richtung vor, knallharte kompromisslose Gitarrenriffs, die von polternden Drums und einem wummernden Bass begleitet werden… groß! Auch, oder besonders die Titel schreien förmlich gehört zu werden… oder wer möchte nicht wissen, was sich hinter „Wrestle Yü To Hüsker Dü“ oder „Bruto Bloody Bruto“ verbirgt. Nein, ich verrate nichts… selbst hören ist die Devise!

Aber weiter im Text, musikalisch lassen auch die „Zombie Eyes“ tief blicken und spätestens nach dem bereits benannten Wrestling mit Hüsker Dü darf man sich dann auf den Weg zu den „Friends In The Sky“ machen… waren es die „Violent Hands“ oder doch eher das viele Gas, welches einem zum „Helium Dreamer“ werden ließ? Abschließend findet man seine letzte Ruhe im Staub und Sand, oder was erwartet man bei „Bury Me At The Rodeo“ sonst?!

Für mich ist „Higher Power“ eins der besten Debütalben der letzten Monate und auf jeden Fall kaufenswert… hört rein und ihr werdet mir beipflichten müssen, nicht umsonst wurde die Scheibe auf Anhieb das VISIONS Album des Monats Februar!

Und sollte es wider Erwarten doch nicht so rund laufen, eins garantieren The Dirty Nil schon jetzt: „Grenzen sind dafür da um nicht akzeptiert zu werden… man findet immer einen anderen Weg ans Ziel zu kommen!“

 

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Tracklist:
1. No Weaknesses
2. Zombie Eyed
3. Wrestle Yü To Hüsker Dü
4. Lowlives
5. Friends In The Sky
6. Violent Hands
7. Know Your Rodent
8. Fugue State
9. Bruto Bloody Bruto
10. Helium Dreamer
11. Bury Me At The Rodeo

The Dirty Nil – HOMEPAGE

The Dirty Nil - Higher Power (Dine Alone / Caroline / Universal, 26.02.2016)
4.5Gesamtwertung