„Macht kaputt, was euch kaputt macht“ sangen damals schon der gute alte Rio Reiser und seine Scherben und dank der Debüt-Scheibe des Münchener Punk-Duos von dezolat merken wir, dass es überall knarrt und knarzt und die „Fassade“ mittlerweile alles andere als stabil zu sein scheint.

Aber ansonsten sind die beiden alles andere als dezolat aufgestellt, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht – sind Martin und Daniel mit ihrer Gitarre und dem Schlagzeug doch erstmal ziemlich alleine. Zwar dadurch musikalisch ein wenig reduziert, geben sie dennoch mit Inhalt bzw. Tiefgang einen guten Einblick in ihr musikalisches Seelenleben.

Es ist ein stetiges „Auf und Ab“ und manchmal hilft es eigentlich nur auf der Suche nach der Wahrheit seine „Rote Gitarre“ zu schnappen und ein bis drei Akkorde zu spielen, oder?!

Schön knarzig und kantig scheppert der Sound und gesanglich ist das zwar nicht „Alles Neu“, aber ihr könnt mich gerne einen „Lügner“ nennen – hier klingt alles irgendwie wie eine Mischung aus NDW und dem abgedrehten deutschsprachigen Punk der späten 70er.

Inhaltlich sind sie wahrlich „Ehrlich“ – macht ja auch Sinn, denn der „Countdown“ läuft eh schon länger und bevor dann irgendwer endgültig den „Stecker Raus“ zieht, da wird doch gerne nochmal die eine oder andere Runde „Geträumt“, oder?!

Also klar ist, dass dezolat musikalisch reduziert und auf das Wesentliche konzentriert, aber auch humorvoll bzw. sarkastisch vorgehen und mit ihrer „Fassade“ irgendwie eine neue Nische aufstoßen… wir sollten die Jungs weiter im Auge behalten.

 

Titel:
1. Auf und Ab
2. Rote Gitarre
3. Alles Neu
4. Lügner
5. Alleine Kuscheln
6. Ehrlich
7. Countdown
8. Stecker Raus
9. Kommt Nicht
10. Frag Nicht
11. Geträumt

Foto: Maria Darner

 

26.10.2018 München, Kult9
10.11.2018 Bergen, Gasthaus Schellenberg
11.01.2019 Siegsdorf, Café Weinmüller

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dezolat - Fassade (Ragged Glory Records/Soulfood, 28.09.2018)
3.6Gesamtwertung