Es gab Zeiten, da gab es noch Musik im Musik TV. Während der Sender Viva sich aufgelöst hat, ist MTV nur noch per PayTV zu empfangen. Ob des Schunds der dort heute zum Besten gegeben wird ist meine Trauer darüber recht begrenzt.

Vor einer gefühlten Ewigkeit konnte man dort aber noch Perlen der Musik entdecken. Beim Zappen durch das Fernsehprogramm bin ich auf einem der beiden Sender, vor ziemlich genau 16 Jahren, hängengeblieben. Hängengeblieben bin ich vor allem wegen eines Musikvideos, welches eine Band zeigt, die in einem zugemüllten Zimmer zwischen vollkommen desinteressierten Menschen einen unendlich geilen Song zockt! Leider hatte ich irgendwie die Einblendung des Bandnamens und des Titels verpasst. Der Song ging mir wochenlang nicht aus dem Kopf! Bad Luck!

Beim Durchhören der Neuerscheinungen im Kölner Saturn hat mir dann ein Verkäufer ein Album mit einem silbernen Cover mit einem weißen Pony darauf in die Hand gedrückt. Dazu der Hinweis einfach mal reinhören, wäre geil! Die ersten Songs haben mit dann auch direkt angemacht und bei Song Nummer 10 hat es BÄÄÄÄM gemacht! “Change (In The House Of Flies)“ war der Song welcher ein paar Wochen zuvor über den TV-Äther gelaufen ist. Die Band heißt Deftones, das Album „White Pony“.

Seitdem ist „White Pony“ immer dabei, auf jedem MP3 Player oder auf jedem Smartphone, diese Album darf nicht fehlen, wenn ich unterwegs bin. Das liegt nicht nur an dem Hit „Change (In The House Of Flies)“. Dieser Song schwebt zwar über dem kompletten Album, da er dieses quasi zusammenfasst! Die hypnotischen ruhigen Momenten, die eingängigen Gitarrenlinien und die harten Rhythmen passen perfekt zusammen. Der rüde Opener „Feiticeira“ lässt  den Hörer erahnen was ihn in den nächsten Minuten erwartet. Die musikalische Achterbahnfahrt nimmt langsam Fahrt auf. Das perkussive „Digital Bath“ ist ein wunderbarer Ruhepol, bevor „Elite“ die fiese Seite der Deftones zeigt. Schon in den ersten drei Songs wird eine der großen Stärken der Band ziemlich deutlich klar. Kaum eine Band ist so wandelbar wie die Deftones. Melodisch, hart, weich, chaotisch, geordnet alles vorhanden. Dies gilt nicht nur für die Musik, sondern auch für den Gesang von Chino Moreno.

Weitere Highlight des Albums sind die Songs „Korea“, das sehr ruhige „Teenager“, „Knife Party“ sowie das abschliessende „Pink Maggit“.
Wer das Album noch nicht kennt, der sollte dieses schnell nachholen!

deftonswhitecover

1. Feiticeira
2. Digital Bath
3. Elite
4. Rx Queen
5. Street Carp
6. Teenager
7. Knife Prty
8. Korea
9. Passenger
10. Change (In The House of Flies)
11. Pink Maggit

http://www.deftonesworld.com/