Death Angel – Humanicide (Nuclear Blast, 31.05.2019)

Ohne auf einen großen Knall aus zu sein, knallen die unkaputtbaren Bay-Area-Thrasher Death Angel in schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre ein neues Album raus. Das neueste hört auf den Namen „Humanicide“ und startet gleich mal mit einem fetten Ausrufezeichen. In 5:42 Minuten haut man alles durch, was die Band so lecker macht: beginnend mit einem epischen Intro, wildes Geriffe, kurze Mitgröl-Passagen, der bissige Gesang von Mark Osegueda und headbangende Raserei. Das hat erstmal gesessen.

Ansonsten verrät das Cover ja schon, welchen Weg es langgeht. Nicht umsonst sind die geifernden Wölfe der letzten Platten darauf wieder abgebildet. Trotzdem muss man sagen, dass das Album ein ganzes Stück abwechslungsreicher als die paar seit dem Einstieg der Rhythmusgruppe Carroll/Sisson geworden ist. Vom ruppigen Uptempo-Prügler „Devinie Defector“, über den launigen Punksong „I Came For Blood“, bis zum bedrohlich düsteren, mit atmosphärischen Pianoklängen verzierten „Immortal Behated“ reicht die Palette. Dazwischen ein kämpferischer Midtempo-Titel in Form von „The Pack“ oder der angenehm hymnische „Revelation Song“.

Death Angel haben es immer noch nicht verlernt packende Songs zu schreiben. Und selbst in einen vermeintlich simplen Stampfer wie „Aggressor“ baut man ein paar stimmige Passagen ein, damit es nicht langweilig wird. Und eigentlich bräuchte man es gar nicht erwähnen, aber ich tu es doch: die an den Tag gelegte Energie reißt einen einfach mit! Live sind Death Angel stets ein Orkan, aber auch ins Studio konnte man die Power und die Spielfreude wieder retten. Einen besonderen Lauf hat dabei Sänger Mark. Er scheint einfach nicht zu altern und brüll-singt sich mit viel Schmackes durch die Songs.

Wie man es dreht und wendet, Death Angel gehören noch lange nicht zum alten Eisen. „Humanicide“ reiht sich bestens in die vielen guten Alben der Reunion seit 2001 ein. Starkes Teil!

 

Trackliste:
1. Humanicide
2. Divine Defector
3. Aggressor
4. I Came for Blood
5. Immortal Behated
6. Alive and Screaming
7. The Pack
8. Ghost of Me
9. Revelation Song
10. Of Rats and Men

 

 

Photo Credit: Stephanie Cabral

 

4.2