Dieses Mal geht es bei den Classics in die Punkrockdurchtränkte Singer/Songwriter-Ecke mit Dave Hause – Resolutions.

Es fing alles mit der Revival Tour 2010 an. Die Konzertankündigung hatte mich bereits mit Chuck Ragan und Brian Fallon erwischt, dazu noch Dan Andriano von Alkaline Trio und eben Dave Hause. Ihn und seine Band The Loved Ones hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt irgendwie nicht wirklich auf dem Radar gehabt, warum weiß ich bis heute nicht. Ich glaube es lag daran, dass ich sie fälschlicherweise aus einem mir unerfindlichen Grund in die Emo-Ecke a la „The Used“ gepackt hatte. Vielleicht des Namens wegen. Asche über mein Haupt. Das habe ich aber auch aus heutiger Sicht bitter bezahlt, liess ich mir doch deswegen das Konzert von den Loved Ones und Strike Anywhere im heimatlichen Bielefeld entgehen, etwas das ich bis heute aus ganzem Herzen bedaure.

Da stand dann also bei der Revival Tour im Skaters Palace in Münster dieser kleine Mann mit seiner Gitarre auf der Bühne und riss mich dermaßen mit, dass selbst Brian Fallon, den ich sonst ja wirklich verehre, ein wenig in den Hintergrund rückte. So ehrlich, so intensiv und so verdammt sympathisch. Und so geile Songs. Also direkt die Platte gekauft als sie dann endlich rauskam, eben die Resolutions. Daves Solo-Debut-Album. 10 Songs. Größtenteils nur mit Akustikgitarre eingespielt. Gespickt mit Zeilen, die ich immer und immer wieder rezensieren kann. Die direkt ins Herz gingen und bis heute drin blieben. Ich weiss nicht mehr, wie oft ich die Platte seitdem gehört habe, wie oft ich Dave seitdem Live gesehen habe und wie oft ich einige der Lieder vor mich hingesungen habe. Es war oft. Verdammt oft. Genau so wie ich auch immer noch ein breites Grinsen im Gesicht habe, wenn ich die Video-Aufzeichnung des Revival Tour Konzertes beim WDR sehe (leider nicht unser Konzert in Münster, sondern das am darauffolgenden Abend in Köln, aber das tut der Freude keinen Abbruch). Selten hat mich ein Konzert so beeinflusst wie dieses. Selten sind mir die Musiker eines Abends so sehr ans Herz gewachsen. Selten waren Platten so wichtig für mich.

Ich merke grade, dass das hier doch SEHR Revival Tour lastig wird. Also zurück zur Resolutions. Müsste ich ein Lieblingslied nennen, so wäre es der Titeltrack, dicht gefolgt von Melanin. Würde man mich nach dem schwächsten Song des Albums fragen, wäre die Antwort sogar noch einfacher: Es gibt schlichtweg keinen. 10 perfekte Songs. Egal für welche Laune. Melancholische Momente gehen damit genau so, wie ein Roadtrip oder ein chilliger Sommerabend. In meinen Augen ist die Resolutions auch immer noch Dave’s bestes der 3 Solo Alben. Und während grade im Hintergrund der Videostream der Revival Tour läuft, weiss ich, dass ich morgen im Büro erstmal wieder genau diese 10 Songs rauf und runter hören werde. Und auch hier passt wieder ein Zitat der Platte: „I’ve been working longer hours…“ wenn doch nur auch der Rest der Zeile stimmen würde „…watching money streaming in“ 😉


Dave Hause – Resolutions

01. Time will tell
02. Melanin
03. C’mon kid
04. Pray for Tuscon
05. Resolutions
06. Prague (Revive me)
07. Heavy heart
08. Years from now
09. Rankers & Rotters
10. Meet me at the Lanes