Da ist es nun, Soloalbum Nr. 3 von Dave Hause – Bury Me In Philly. Nachdem das Erstlingswerk „Resolutions“ 2011 noch wirklich ein reines Soloalbum war und man nur Dave und seine Akustikgitarre hören konnte, hatte er auf dem 2013er Nachfolger „Devour“ schon Verstärkung bei den Aufnahmen und auch auf diversen Bühnen auf aller Welt.

„Bury Me In Philly“ setzt das Ganze nun fort, bzw erweitert den Umfang der Musiker auf volle Bandstärke und auch Live wird Dave nun von „The Mermaid“ begleitet. Und das tut der Musik nochmal gut und bringt sie auf ein weiteres Level. Vom akustischen Singer/Songwriter-Sound ist nicht mehr ganz so viel zu hören, ebenso auch weniger von Dave Hause Wurzeln in der Punk und Hardcore Szene. Dafür bekommt man ein solides Rockalbum, das irgendwo zwischen Rootsrock, Bluesanleihen und tatsächlich auch einer Prise Stadionrock a la Springsteen angesiedelt ist. Und verdammt, auch wenn man erst einmal schluckt, wenn man das als eingefleischter Dave Hause/Loved Ones Fan hören mag, das funktioniert verdammt gut. Besser auch irgendwie als zum Beispiel bei The Gaslight Anthem zuletzt. Zumindest für mich, so ganz subjektiv betrachtet.

Das Album klingt auch weitaus fröhlicher und frischer als es „Devour“ und „Resolutions“ getan haben. Melodien die alles andere als düster sind (wie man sie grade auf „Devour“ fand), textlich aber immer noch typisch Dave Hause: Tief verwurzelt in der Arbeiterklasse, die für die Region um Philadelphia so typisch ist und immer noch der perfekte Soundtrack um nach der Schicht in der Bar einen Drink zu trinken. Da sind wir dann ja auch wieder bei Springsteen angekommen. Zum Glück wird Dave Hause mit diesem Album aber auch nicht die Nachfolge von den eben bereits erwähnten Gaslight Anthem antreten, und fortan nur noch den Springsteen Vergleich zu hören bekommen. Dazu ist „Bury Me In Philly“ definitiv zu eigenständig und typisch Dave Hause. Grade ein Song wie „Divine Lorraine“ hätte durchaus auch auf der „Resolutions“ Platz finden können. Ebenso der Opener und die erste Single in Personalunion „With you“.

Insgesamt hat die Platte großes Hitpotential und vor allem ist sie extrem eingängig. Man summt die Melodien umgehend mit, grinst ein wenig freudig vor sich hin und schon nach wenigen Durchgängen der Platte singt man dann auch die Strophen flüssig mit, während man im Takt mit beiden Füßen mitwippt.

Anspieltipps gibt es heute keine Speziellen, einfach mal von Vorne nach Hinten durchhören und auf sich wirken lassen. Viele werden das vermutlich auch müssen, aber ich denke spätestens beim zweiten Durchgang sollte sie die Meisten überzeugt haben. Mich hat sie auf jeden Fall direkt mitgenommen.

Hier noch das Video der ersten Single „With you“, damit ihr euch schon einen ersten Eindruck verschaffen könnt:

 

Dave Hause - Bury Me In Philly Cover

Dave Hause – Bury Me In Philly
01. With you
02. The flinch
03. My mistake
04. The mermaid
05. Shaky Jesus
06. Divine Lorraine
07. Dirty fucker
08. The ride
09. Helluva home
10. Wild love
11. Bury me in Philly

Dave Hause - Bury Me In Philly (Rise Records, 03.02.2017)
4.5Gesamtwertung