Das letzte Mal, dass Dave Hause & Brian Fallon zusammen in Deutschland auf Tour waren, ist schon wieder vier Jahre her. Damals war Dave Support für The Gaslight Anthem. Übertroffen wurde dieses Konzert aber definitiv von der legendären Revival Tour 2011, auf der Brian und Dave zusammen mit Chuck Ragan und Dan Andriano unterwegs waren.

Entsprechend groß war die Vorfreude, als es an diesem Mittwoch Nachmittag nach Köln in die Live Music Hall ging. Dank Stau und Parkplatzsuche ging es dann quasi direkt aus dem Auto in den Fotograben, denn Dave enterte zusammen mit seinem Bruder Tim genau in dem Moment die Bühne, als wir ankamen. Sichtlich gut gelaunt begannen die Beiden ihr Set, das aus erfreulich vielen alten Songs bestand. Die Resolutions ist immer noch meine Lieblingsplatte von Dave Hause und so war ich mit der Songauswahl entsprechend glücklich. Leider war der Auftritt viel zu schnell vorbei. Dave und Tim hätten gerne noch eine Viertelstunde länger spielen dürfen.

Nach kurzer Pause kam dann Brian mit seiner neuen Band „The Howling Weather“ auf die Bühne. Das einzige andere bekannte Gesicht war Ian Perkins, der musikalisch scheinbar nicht mehr von Brians Seite weicht. Auch hier herrschte unheimlich gute Laune auf der Bühne. Brian war in Redelaune und scherzte viel mit dem Publikum. Direkt zu Beginn warf zum Beispiel ein Fan ein T-Shirt auf die Bühne und bat darum, es signiert zu bekommen. Was Brian auch umgehend tat. Begleitet von ein paar witzigen Sprüchen. Nur um direkt danach einer Frau aus dem Publikum einen Gin zu spendieren. Aus der eigenen Tasche. Da steht also Brian Fallon auf der Bühne, fragt die Dame nach einem Alkohol-thematisierten Zwischenruf, was sie trinken möchte und kramt dann allen Ernstes aus der Hosentasche das Geld für den gewünschten Drink. Grossartig.

Musikalisch bleibt Brian eher bei den neuen Songs seiner grade erschienen Platte Sleepwalkers (unser Review hier), gemischt mit ein paar Songs der ersten Soloplatte und ein bis zwei Songs von Gaslight Anthem und Horrible Crowes. Besonderes Highlight war da definitiv die Piano Version von „The ’59 Sound“. Das war auch eine der Neuerungen, Brian nicht nur an der Gitarre zu sehen, sondern auch am Piano. Dort konnte er auch wieder seine Vorliebe für Meat Loaf’s „Bat Out Of Hell“ ausleben, das scheint sich als Running Gag auf deutschen Konzerten zu etablieren. Und endete vor allem darin, dass der komplette Saal lautstark den Refrain mitsang. Sehr zur Freude von Brian.

Nach gut 90 Minuten verlassen Brian und Band die Bühne, nachdem auch Dave und Tim Hause nochmal ein Gastspiel gegeben haben. Im Publikum allseits glückliche Gesichter. Und für mich definitiv eines der besten Brian Fallon Konzerte, das ich bisher gesehen habe. Da kann man also nur hoffen, dass sich Dave Hause & Brian Fallon die Bühne noch öfter teilen werden.