Bei Black Metal bin ich persönlich immer etwas zurückhaltend, aber es gibt ein paar Bands bei denen greife ich gerne beherzt zu, weil sie neben der genreüblichen Raserei noch etwas mehr zu bieten haben. Die Landshuter Dark Fortress gehören zu diesen Bands. Neben den schnellen Blastbeasts und den Black-Metal-typischen Vocals gab es auf den Alben der Abend auch immer recht verschachtelte Songs zu hören. Wenn man der Band das Attribut „Progressive“ verpasst hätte, wäre dies nicht so falsch gewesen.

Nach sechs Jahren hauen Dark Fortress ihr neues Album raus und die ersten Songs sind so geradeheraus wie man dies sonst von den Landshutern nicht kennt. Ihr Trademark, die etwas komplizierteren Songs, heben sich Dark Fortress für später auf. Somit teilt sich „Spectres From The Old World“ in zwei Teile.

Nach dem kurzen Intro „Nascene“ steigen Dark Fortress im Song „Coalescence“ direkt auf das Gaspedal. „The Spider In The Web“ schlägt in die gleiche Kerbe, obwohl die Band hier ein wenig feinfühliger mit dem Gasfuß umgeht, dafür entwickelt der Song einen geilen Groove.

Mit „Pali Aike“ werden Dark Fortress für ihre Verhältnisse richtig langsam, dieses langsame Gangart verschafft dem Song aber eine sehr düstere Stimmung.

„Pulling At Threads“ ist der Song, welcher die beiden Albumhälften vielleicht in seiner Gesamtheit am besten repräsentiert. Irrsinniges Tempo, Growls und heller Klargesang und zum Ende hin spielt die Band mit der Geschwindigkeit!

„Spectres From The Old World“ ist ein wirklich sehr gutes Black-Metal-Album, welches von seiner musikalischen Vielseitigkeit lebt!

 

1. Nascence (Intro)
2. Coalescence
3. The Spider in the Web
4. Spectres from the Old World
5. Pali Aike
6. Pazuzu
7. Isa
8. Pulling At Threads
9. In Deepest Time
10. Penrose Procession (Interlude)
11. Swan Song
12. Nox Irae

Dark Fortress - Spectres From The Old World (Century Media, 28.02.2020)
4.3Gesamtwertung