Eigentlich wollte ich gar keine großen Worte zu diesem Ding verlieren, aber letztlich muss die Enttäuschung über dieses „Machwerk“ doch geäußert werden. Machen wir es kurz: „Black Laden Crown“ ist ein Stück lieblos dahin geschluderter Dreck! So, jetzt ist es raus. Das tat gut. Ihr wollt trotzdem wissen, wie ich darauf komme?

1. Cover: Das billig plakative Comic-Bildchen kann doch nur ein Witz sein. Ein ziemlich schlechter sogar.
2. Der Sound der Platte: Sie klingt einfach nicht gut. Geradezu erschreckend billig. Hobbybands ohne Kohle schaffen es heutzutage mit ein bisschen technischen Grundkenntnissen, dass ihre Musik um ein vielfaches besser und professioneller klingt.
3. Auf 2. aufbauend: Nicht nur, dass das Album erschreckend amateurhaft klingt. Nein, der komplette Mix ist eine Zumutung. Man bekommt über die Jahre zusammengeschusterte, manchmal unfertig klingende Songs vorgesetzt, bei denen man sich nicht mal die Mühe gemacht hat, sie annähernd gleich zu mischen, bzw. ihnen ein einheitliches Klangbild zu verpassen.
4. Die Einspielung an sich: Gerade die Gitarrenspuren klingen ziemlich ideenlos und einfältig. Hier hat der ansonsten so souveräne Tommy Victor wohl seinen Prong-Abfalleimer geleert und ihn Glenn Danzig zur Verfügung gestellt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Bass und zahlreiche Schlagzeugspuren hat der Boss gleich mal selbst eingespielt. Macht die Sache ja auch etwas billiger.
5. Die Songs: Wirkliche Inspirationen scheint Glenn Danzig in den Jahren seit dem an sich ja gar nicht so schlechten Vorgänger „Deth Red Sabaoth“ nicht wirklich gehabt zu haben. So richtig spannend klingt nämlich keine Nummer. Dafür ist die grundsätzliche Atmosphäre der Platte gar nicht so verkehrt. „Black Laden Crown“ ist nämlich ein ziemlich rostig doomiges Album voller schleppender und düsterer Songs, welche besonders gut zur Stimme des dunkel croonenden Gothic-Elvis‘ passen.
6. Und da wären wir auch schon beim finalen Punkt: Dem Gesang. Jeder wird bekanntlich älter und der Jüngste ist Herr Danzig schließlich auch nicht mehr. Trotzdem klingt der Mann teilweise furchtbar kraftlos und heißer. Wäre ja nicht so schlimm, wenn sich der Gesang nicht so in den Vordergrund spielen würde. Dann könnte man leicht drüber hinweg hören. Aber wegen den Punkten 2 und 3 ist das gar nicht möglich.

Am Ende haben wir hier quasi das Düsterrock-Pendant zu Omens „Hammer Damage“. Ein Album mit ein paar guten Song-Ansätzen, das allerdings wie ein liebloses Demo klingt und dem es nicht geschadet hätte, wenn ein Außenstehender mal drübergeschaut hätte.

Zumindest befindet sich mit „Last Ride“ ein feines Moritat auf der Platte, das sehnsüchtig an die tollen Frühwerke der Band Danzig denken lassen. Ich habe mir echt gewünscht, dass der Mann mit dem legendären Ruf noch einmal die Kurve bekommt. Das Coveralbum „Skeletons“ hätte allerdings schon Warnung genug sein müssen. Er hat es leider nicht geschafft…

Trackliste:
1. Black Laden Crown
2. Eyes Ripping Fire
3. Devil on Hwy 9
4. Last Ride
5. The Witching Hour
6. But a Nightmare
7. Skulls & Daisies
8. Blackness Falls
9. Pull the Sun

Danzig - Black Laden Crown (AFM Records, 26.05.2017)
1.5Gesamtwertung