Bei D.F.T. handelt es sich um eine ursprünglich in der Eifel gegründete Kapelle, die mit „Garagebands And Alcohol“ nun eine 7inch in Eigenregie vorlegt. Ganz dem DIY-Ethos entsprungen, wurde das schicke Artwork von einem Street-Art Künstler entworfen und bedient sich der Ästhetik einer Szene, die für ihre Selbstverwirklichung bekannt ist.

Zwar ist die derzeitige Formation erst seit 2013 tätig, D.F.T. als Band gibt es allerdings schon seit 1994. Wir haben es hier also nicht mit einer blutjungen Truppe, die eine Ästhetik und einen Sound der Vergangenheit aufgreift und zu einer Renaissance verhelfen möchte, sondern tatsächlich mit einem Altherren-Verein (No Offense) aus der damaligen Zeit zu tun. Ein wirkliches Original, wenn man so will.

Das Ziel der Formation ist nach eigenen Aussagen kein kommerzieller Erfolg oder eine große Karriereplanung. Im Vordergrund steht das Musik machen unter Freunden. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Konzept, das den großen Vorbildern der 90er Emo- und Alternative-Szene in nichts nachsteht (auch wenn die Mainstreamkultur dieses Underdogtum im Laufe des Jahrzehnts zu kommodifizieren vermochte), gleichzeitig aber auch einzig den Ansatz des Do It Yourself-Prinzips zulässt. Und das ist das Charmante an D.F.T..

Der auf der A-Seite befindliche Titeltrack macht dann auch ganz klar, wo es musikalisch hingehen soll. Leicht verstimmte, sehr trockene Gitarrenparts ohne Effekthascherei, keine Modulationen, keine Hallfahnen, nur das Nötigste. Eine leicht nölige, dennoch melodische Stimme über eine ruhige Begleitung von Bass und Schlagzeug. Das erinnert instinktiv an frühe Samiam, ein wenig Get Up Kids, vielleicht weniger energetisch, etwas Sense Field, ganz frühe Jimmy Eat World, unter Umständen etwas Saves The Day, sicherlich auch eine Priese Christie Front Drive.

Für mich findet sich der Höhepunkt dieser 7inch jedoch auf der B-Seite. Der Song mit dem herrlich zynischen Titel „Charity Is A Selfish Endeavor“ beginnt zunächst moderat mit einem Spoken Word Sample, entwickelt sich im anschließenden Teil jedoch zur wahren Hymne des Tonträgers. Die auf der A-Seite noch etwas nölige Stimme von Sänger Kilian wandert hier in höhere Tonlagen. Und das steht ihr ausgesprochen gut. Der Song bekommt so einen sehr energetischen Charakter und das melodische Potential der Stimme kann sich optimal entfalten. Obwohl es sich bei dieser Platte um einen neuen Release handelt, könnte man sie auch mühelos Mitte der 90er verorten.

90s-Emo-Fans sollten hier definitiv ein Ohr riskieren, ich persönlich sehe die B-Seite als wesentlich stärker, fest steht jedoch: Für den Selbstanspruch, lediglich unter Freunden ein Bier trinken zu wollen und mit der Musik keine großen Karriereziele oder Ambitionen zu verfolgen, liefern D.F.T. eine gelungene 7inch ab, die Lust auf mehr macht. Vielleicht nach noch mehr Proben in der Garage und einem neuen Kasten Bier?

D.F.T. - Garagebands And Alcohol

A1 Garagebands And Alcohol
B1 Charity Is A Selfish Endeavor

D.F.T. - Garagebands And Alcohol (Self-Released, 2015)
4.2Gesamtwertung