Crispy Jones – 12 (Wolverine Records, 26.02.2021)

Bereits seit 12 Jahren gibt es nun die Band Crispy Jones aus Nürnberg. Da passt der Name des Albums „12“ doch ganz hervorragend. 2010 habe ich die Band live im Nürnberger Hirsch als Vorband der Surf-Legende Dick Dale gesehen. Damals waren die Auftritte beider Bands große Klasse. Seitdem habe ich weder Dick Dale (leider 2019 verstorben) noch Crispy Jones wieder live gesehen. Aber: Es gibt von Crispy Jones mittlerweile eine neue CD!

Da derzeit leider keine Live-Konzerte stattfinden können, ist eine Neuveröffentlichung immer etwas Besonderes. Die vorliegende Scheibe wurde von Peter Pathos produziert. Pathos hat die Band Fiddler’s Green gegründet und war Mitglied der Band bis 2006. Die Scheibe klingt hervorragend. Man meint, mit im Aufnahmestudio zu sitzen. Am besten gefällt mir der Bass-Sound von Prauschkes Kontrabass. Sowas ist einfach immer genial. Und auch live garantiert dieses Instrument für Bewegung auf der Bühne.

Gemächlich beginnt „Fade Away“ mit der Ukulele, bevor sich das Stück dann zu einem astreinen Punk-Song mausert. Sehr gut gemacht, vor allem wenn man bedenkt, dass Mastermind Christian Prauschke fast sämtliche Instrumente selbst eingespielt und alle Stücke selbst geschrieben hat! Auch „New Day“ beginnt zuerst langsam und wird dann zu einem schnellen Ska-Song umfunktioniert. Das müsste vor allem live hervorragend funktionieren.

„On The Run“ bringt völlig relaxt eine Erinnerung zurück, die ich selbst mal hatte. Man war früher abends unterwegs, hat sich mit Freunden getroffen und manchmal versucht, der grauen Alltags-Realität zu entfliehen. Wann war das doch gleich nochmal? Ich kann mich schon fast nicht mehr daran erinnern… „Wasted“ versetzt mich sofort wieder in fröhlichere Stimmung, hier schwingt sofort wieder das Tanzbein mit. „Surf-inn“ geht stark in die Dick-Dale-Ecke, ich finde das Stück sehr stark.

„Dig The Wig“ beendet eine kurzweilige CD, die gute Laune macht und die Vorfreude auf Live-Auftritte von Crispy Jones um einiges steigert. Handgemachte Musik mit Leidenschaft, die unbedingt live gespielt werden muss.

Wird Zeit, dass es live wieder losgehen darf. Ich habe definitiv Entzugserscheinungen…

 

Setlist:
1. Fade Away
2. New Day
3. Suicide Sue
4. On The Run
5. The Devils Turn
6. Wasted
7. Surf-Inn
8. Death At Primetime
9. Dig The Wig

 

 

Photo-Credit: Andreas Basner
Review von Gastautor STEFAN GRAßL