Creepoid aus Philadelphia sind eine Band, die man so einfach nicht beschreiben und erfassen kann. Genau wie ihre Musik.

Produziert von Peter Mavrogeorgis (The National, Sharon Van Etton) erscheint also Ende Juni ihr Album „Cemetery Highrise Slum“. Und das wo es diese Platte wirklich schwer hatte mit der Entstehung.

Kurz vor den Aufnahmen zum Album drohte die Band zu zerbrechen und als man sich eine gemeinsame Marschrichtung überlegt hatte, wechselte mal schnell Gründungsmitglied und Gitarrist Pete Joe Urban und Nick Pulp sprang ein.

Die 12 vorliegenden Songs kann man schwer beschreiben. Ich würde im Fall einer vorgehaltener Waffe und der Aufforderung „Ordne diese Band und ihre Musik jetzt ein!“ schnell in Richtung Grunge, Artrock, Sonic Youth und Depressionen gehen. Gut kann es der Band während der Aufnahmen eingentlich nicht gegangen sein.

Mit „American Smile“ startet gleich ein Song der mit den Lyrics „You’re wasting away again. Give it all away again“ die Marschrichtung vorgibt.

Düstere und schleppende Gitarren mit leidendem und stellenweise melancholischem Gesang.

Wer Fan dieser Art der Musik ist und wem Nirvana in den 90ern schon zu viel Hippie waren, der ist hier mit Creepoid ganz gut bedient. Mir persönlich ist das alles zuviel. Zuviel Leid. Zuviel langgezogene Vocals und vermutlich einfach zuviel Kunst.

Was man Creepoid aber echt hoch anrechnen muss ist, dass sie ihre scheinbar gewünschte Stimmung und die zumindest bei mir aufkommenden Depressionen konsequent durchziehen und davon auch eine Menge zu verstehen scheinen.

Handwerklich ist das hier rausgezauberte auch völlig in Ordnung. Wenn da nur nicht diese schlechte Laune wäre.

 

Für Miesepeter, Sonic Youth-Fans & Kunstliebhaber auf jeden Fall ein Anspieltipp.

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Tracklist:

  1. American Smile
  2. Devil in the Subtext
  3. Fingernails
  4. Seams
  5. Dried Out
  6. Shaking
  7. Calamine
  8. Tell the Man
  9. Worthless & Pure
  10. Eating Dirt
  11. Here
Creepoid - Cemetery Highrise Slum (Collect Records, 26.06.2015)
2.8Gesamtwertung