COR ist ein Hardcore-/Trash-Metal-Quartett aus Rügen. Die Gründung erfolgte 2002. Mit „Leitkultur“ veröffentlicht die Band jetzt ihr 10. Studio-Album.

Ich finde es insgesamt recht schwierig die Band COR musikalisch einzuordnen. Die Rüganer – ist das der korrekte Ausdruck? – haben einfach etwas sehr eigenes kreiert, was teilweise sehr schwer zu greifen ist. Einen Sound, den man einfach selbst hören muss. Die Musik geht dabei eine perfekte Symbiose mit den teilweise sehr drastischen, harten Texten ein. Diese vermitteln eine Zerrissenheit  irgendwo zwischen Wut und Hoffnung.

Vor kurzem habe ich ein Interview von COR auf ihrer Facebook-Seite gesehen (wirklich sehr interessant, schaut es euch an) und Friedemann sagt hier sinngemäß: “Die Band muss ihr Handwerk zu 100% beherrschen, alles muss passen und was ich dann mache ist Kunst.“ Also hören wir uns das neue Kunstwerk „Leitkultur“ einmal an.

COR – „Leitkultur“ startet mit „Gras“ und „Gift.“ Zwei Songs, die mich musikalisch nicht so ansprechen, da sie mir zu „experimentell“ sind. Schwer zu beschreiben und genau das ist es, was ich mit schwer zu greifen meine. Dennoch regen beide Songs durchaus zum Nachdenken an. COR beschäftigen sich mit der Zerstörung der Welt durch den Menschen und mit dem Gift, das wir uns wie selbstverständlich einverleiben.

„Das schöne Leben“ geht dann schön nach vorne, harter Sound. Kritik am konsumorientierten Leben.

Im Anschluss der Titeltrack „Leitkultur.“

Ein klassischer COR-Track, wenn es so etwas gibt. Thrash-Hardcore, mit dem einfach sehr schönen Refrain, der keinerlei weitere Ergänzung benötigt:

Ihr wolltet eine Leitkultur?
Wir bieten euch unsere an!
Frieden ist gerecht und alle sind ihm Untertan!

„Die Anderen“ – toller Song, muss man einfach so sagen. Für COR ein relativ „weicher“ Sound ohne die häufigen Hardcore- und Thrash-Ansätze und auch hier spricht der Text einfach für sich selbst.

Ich bin die Anderen
Du bist die Anderen
Wir sind Anderen
Für die Anderen die Anderen

„Vollkontakt“ – was ist das für ein Intro? 80’s Metal oder was? Ich bin nicht der wirkliche Solo-Fan, von daher könnte ich auf dieses Intro verzichten. Aber dann geht der Song los, und wie. Mehr nach vorne und auf die Fresse geht nicht. Einfach super, man spürt die Wut, die beim Schreiben vorhanden gewesen sein muss.

„Getötet“ ist von den düsteren Songs der düsterste. Der Refrain:

Ich habe getötet, meinen Traum, die Hoffnung und mein Leben, getötet.

sagt wieder mal alles.
Dieses fast schon beklemmende Gefühl, das der Text vermittelt, wird perfekt durch die Musik unterstützt – einfach dunkle Gitarrenmusik.

COR – „Leitkultur“ endet wieder hart und wütend mit „Vom Glück das alles endet.“ Sozial-, Gesellschafts-, Lebenskritik.

Wie fällt als das Fazit zu „Leitkultur“ aus? Die Musik ist teilweise nicht so meins, für mich hier und da ein Solo zuviel und teilweise musikalisch für mich nicht greifbar. Aber das sind COR und was hier zählt ist das Gesamtwerk und das ist wirklich sehr gut. Also „Leitkultur“ anhören und COR vielleicht auch ansehen – mit „Körpereinsatz“.

06.10. Berlin, SO36
07.10. Rostock, PWH
13.10. Kiel, Schaubude
14.10. Brandenburg, Oktoberrevolution
(Haus der Offiziere)
19.10. München, Rumours
20.10. Davos, Box
21.10. Innsbruck, PMK
03.11. Dresden, Beatpool
04.11. Leipzig, UT Connewitz
09.11. Essen, Don’t Panic
10.11. Wiesbaden, Kreativfabrik
11.11. Quedlinburg, KuZ Reichestraße
17.11. Hamburg, Logo
18.11. Hannover, Bei Chez Heinz
25.12. Stralsund, Eisengieße

Meine Anspieltipps: “Leitkultur”, ”Vollkontakt“, „Getötet“

1. Gras
2. Gift
3. Das schöne Leben
4. Leitkultur
5. Die Andern
6. Vollkontakt
7. Propaganda
8. Sauber
9. Spielverderber
10. Getötet
11. Vom Glück das alles endet

COR - Leitkultur (Rügencore Records, 06.10.2017)
4.1Gesamtwertung