Zum heutigen Handwritten Classics Tag habe ich mir nun endlich eines der Alben vorgenommen, über welches ich eigentlich schon lange schreiben wollte, mir aber bisher immer wieder die eine oder andere Scheibe dazwischen gesprungen war.

Zum ersten Mal in die Hände gefallen ist mir Concert – The Cure Live, als ich frustriert mit einigen anderen Azubis während meiner Ausbildung kaserniert im Berufsschul-Internat in Dortmund-Eving saß und mir bei Wasser und trocken Brot (war ja logisch, dass man als angehender Brauer in diesem christlichen Wohnheim Alkoholverbot ausgesprochen bekommt… ja nee, ist klar!) vor lauter Langeweile die Fußnägel lackierte.

Eines schönen Tages kam dann aber ein „Mithäftling“ mit dem Live-Album um die Ecke und ich hatte nach erstmaligem Hören erstens Schwierigkeiten, die Songs aus dem Kopf zu kriegen und noch mehr Probleme ihm zweitens die Scheibe im Rahmen eines Tauschgeschäftes abzuschnabbeln!

Mit vollem Körpereinsatz, einer Kiste Gerstenkaltschale meiner Hausbrauerei und der letzten Scheibe von Element Of Crime (ja nu, was soll ich sagen… damals fand ich Sven Regener und seine Truppe halt noch nicht so gut!) war es dann endlich soweit… das beeindruckende Album der Jungs um Robert Smith lag vor mir.

Nicht das man mich falsch versteht, natürlich kannte ich The Cure vorher schon von der einen oder anderen Radio-Nummer, aber auf der Live-Scheibe haben sie mich damals so dermaßen umgehauen… und bis heute ist das Album mein ganz persönlicher „Live Moment“, dann bisher war es mir noch nie vergönnt, die Jungs aus West Sussex auf der Bühne zu sehen – aktuell habe ich die Hoffnung das sich das möglicherweise Anfang November endlich ändern wird, denn da steht der The Cure Gig in Köln an.

 

Zurück zum Album:

Qualitativ natürlich nicht auf dem heutigen Stand der digitalen Technik, bestechen die Jungs hier eher durch ihre düstere und melancholische Grundstimmung, welche noch einmal klar verdeutlichte, dass auch The Cure große Fans von Joy Division und dem Stil der Truppe um Ian Curtis gewesen waren, bevor dieser sich leider viel zu früh von der Welt verabschiedete!

Die Atmosphäre, welche besonders bei Songs wie „A Forest“ (übrigens mein absoluter Allzeit-Lieblingssong) oder dem recht zackig gespielten „Killing an Arab“ rüber kommt, habe ich so selten bei einer Band hören dürfen… irgendwie mystisch und wenn ich nicht wüsste, dass mir harte Drogen völlig fremd sind, dann würde ich mir vielleicht exakt so einen düsteren Horror-Trip incl. selbstzerstörerischer Tendenzen vorstellen wollen!

Nummern wie „10:15 Saturday Night”, “The Walk” oder “The Hanging Garden” zeigten bereits Mitte der 80iger Jahre, dass man mit der Band dauerhaft zu rechnen hatte… das es bis jetzt bereits 40 Jahre (die ersten beiden aber unter den Namen Malice und Easy Cure) und fast unzählige weitere Hits wie „Pictures of You“, „Love Song“, „Lullaby“ oder „Friday I’m in Love“ geworden sind, das hätte wahrscheinlich selbst Robert Smith nie erwartet!

Besonders beeindruckt hat mich damals, dass die Band sich kurz vor dem Album quasi aufgelöst hatte und sich somit eigentlich erst wieder zusammenraufen mussten (Mitglieder zum damaligen Zeitpunkt waren Robert Smiths, Porl Thompson, Andy Anderson, Phil Thornalley und Lol Tolhurst)… dafür ist Concert – The Cure Live ja dann doch nahezu perfekt ausgefallen!

Ich bin mal gespannt wie viele von den alten Songs auf der aktuellen Tour gespielt werden, für mich dürften es gerne alle sein!

Laut Presse scheinen The Cure sich musikalisch wohl gerade gerne in den 80er Jahren rum zu treiben… und Robert soll immer noch so stoisch gelassen beinahe drei Stunden lang am Mirko-Ständer stehen und den Kopf (verstört in die Luft blickend) hin und her wiegen – was will man da noch mehr?

 

cover-concert-the-cure-live-1984

Titel:
1. Shake Dog Shake
2. Primary
3. Charlotte Sometimes
4. The Hanging Garden
5. Give Me It
6. The Walk
7. One Hundred Years
8. A Forest
9. 10:15 Saturday Night
10. Killing An Arab

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