Mittlerweile im gediegenen Alter von fast 30 Jahren gehe ich nicht mehr so häufig auf Konzerte. Früher immer vorne drin und Vollgas, mittlerweile ist der schnellste Weg zum Klo und zum Tresen wichtiger als dichtes Gedränge.
Dennoch freute ich mich wie Hulle, als ich gelesen habe, dass Coheed & Cambria auf Tour kommen und das komplette Album In Keeping Secrets of Silent Earth: 3 live zu performen. Für mich persönlich das must have unter den C&C Alben.

Eröffnet haben den Abend Capitano, die ihre Musik als Capitanistic Anti Rock beschreiben. Live klingt das ziemlich fett. Hier Gitarren die zeitweise die Arctic Monkeys zitieren, dort immer wieder Falsettgesang der stark an Cedric Bixler erinnert und dann noch ein kraftvolles Drumming, dessen Punch dem von The Hives‘ Chris Dangerous ähnelt. Wunderbar frisch kamen sie daher, mit dem wohl großartigsten Backdrop was ich je sehen durfte: Ein Flipchart! Super charmant, genauso wie die Ansagen von John Who?, ihrem Frontmann. Das Publikum zeigte sich ebenfalls erfreut. Eine Scheibe ist wohl in Produktion. Nach dem Konzert traf ich die Jungs und konnte paar Minuten mit ihnen quatschen. Ein sympathischer Haufen, von denen ich noch einiges erwarte.

Nach einigen Minuten Umbaupause war es dann soweit, The Ring In Return erklang und großzügig wurde die Bühne eingenebelt damit im Anschluss zum Über- und Titelsong des Albums In Keeping Secrets of Silent Earth: 3 Coheed & Cambria dem Rauch entsteigen um eine großartige Show abzufeuern.
Die Spielfreude war ihnen deutlich anzumerken. Die Jungs auf der Bühne hatten Spaß, was mit der großartigen Stimmung im Publikum zu einer einzigartigen Atmosphäre verschmolz. Ohne große Ansagen wurde das Album komplett durchgespielt. Doch auch wenn keine wirkliche Interaktion im Sinne von Ansagen stattfand, war es erstaunlich zu beobachten wie Band und Publikum sich verstanden. Eine stille Übereinkunft mit dem Ziel den größten Spaß aus diesem Abend herauszuholen.
Wie sich zeigte, ist auch jeder Song des Albums live ein Knaller. Das Konzept konnte man nachvollziehen und der Story dieses „The Armory Wars“ – Parts, zu meiner Überraschung, gut folgen. Nach dem Album, welches mit der Live überragenden Ballade The Light & The Glass und dem Bonustrack 21:13 beschlossen wurde, war erstmal kurz Pause.

In der Zugabe wurde unter anderem die neue Single You Got Spirit, Kid! vorgestellt, die sich recht vielversprechend anhört.
Bei eigentlich jedem Song zeigte sich das Publikum absolut textsicher. Hier waren fast nur Die-hard Fans am Start.
Um dieses großartige Konzert zu beenden, fehlte nur noch ein Song: Welcome Home, bei dem Band, wie Publikum nochmal alles gaben, um im Anschluss absolut glücklich grinsend und mit ein bisschen Wehmut den Heimweg antreten zu müssen.

 

Setlist:

  1. The Ring In Return
  2. In Keeping Secrets of Silent Earth: 3 
  3. Cuts Marked in the March of Men 
  4. Three Evils (Embodied in Love and Shadow) 
  5. The Crowing 
  6. Blood Red Summer 
  7. The Camper Velourium I: Faint of Hearts 
  8. The Camper Velourium II: Backend of Forever 
  9. The Camper Velourium III: Al the Killer 
  10.  A Favor House Atlantic 
  11. The Light & the Glass 
  12. 21:13 

Zugabe:

  1. You Got Spirit, Kid 
  2. Ten Speed (Of God’s Blood and Burial) 
  3. Welcome Home