Im Rahmen der Kampagne „Noise lebt!“ kommen nach und nach die alten Alben der bekanntesten Bands der nicht mehr existenten, fast schon legendären Plattenfirma neu heraus. Damit wird der Metalszene ein großer Teil ihrer Geschichte wieder verfügbar gemacht. Darunter große Namen wie Kreator, Running Wild, Helloween und Grave Digger. Im letzten Jahr erschienen schon mehrere Best Ofs als Vorgeschmack. Dieses Jahr ging es mit einem Buch über die Labelgeschichte sowie großen Re-Releases von Voivod und Kreator in die Vollen.

Jetzt ist die Band dran, die das „Ugh“ in die Metalwelt brachte: die Schweizer Celtic Frost. Gleichzeitig erscheinen das ruppige Debüt „Morbid Tales“, das Highlight „To Mega Therion“, das avantgardistische „Into The Pandemonium“ und der erste Abgesang „Vanity/Nemesis“ neu – und dieses Best-Of-Album namens „Innocence And Wrath“.

Dieses ist allerdings nicht so billig aufgemacht wie die bisher in der Kampagne erschienenen, sondern sieht genauso edel aus, wie die neuen Editionen der vier Studioalben. Die zwei CDs kommen im Digibook daher, enthalten viele Fotos und Linernotes von Journalist Malcolm Dome. Leider nichts von den Machern selbst. Bandkopf Tom Warrior war aber zumindest am optischen und klanglichen Ergebnis beteiligt. 27 Songs von den vier Alben gibt es zu hören. Den Ausrutscher „Cold Lake“ klammerte man auch hier aus. Ebenso ist vom bei Century Media erschienenen Comeback-Album „Monotheist“ nichts enthalten. Neben üblichen Albumsongs, haben es auch ein paar der Bonustracks der Neu-Ausgaben auf die beiden Silberlinge geschafft.

Insgesamt kann man sich mit „Innocence And Wrath“ einen guten Überblick über das Schaffen der legendären Band verschaffen, die als Impulsgeber der Death- und Black-Metal-Szene gilt. Eine authentisch rüberkommende Band mit viel Eigensinn und großem Experimentierwillen. Sich mit Genrestandards zufrieden zu geben, war kaum das Ding mit Tom Warrior und seinen wechselnden Mitmusikern. Nummern wie „Dawn Of Meggido“, „Tristesses de la Lune“ oder „Necromantical Screams“ zeigen das. Nummern wie „Procreation (Of The Wicked)“, „Into The Crypts Of Rays“ oder „The Usurper“ loteten Extreme im Thrash Metal aus.

Der Abwechslungsreichtum und vor allem die Kombination aus rasanten Prügelparts und schleppender Heavyness sowie aus abgrundtiefer Boshaftigkeit und Bombast faszinieren irgendwie noch heute und man versteht, warum Celtic Frost in der extremen Metalszene nach wie vor verehrt werden, selbst wenn das Ganze für heutige Ohren nicht mehr besonders extrem klingt.

„Innocence And Wrath“ ist somit ein guter Appetithappen. Wer nicht allzu viel investieren möchte, kann hiermit seine Lust auf Celtic Frost schon mal gut befriedigen.

Trackliste:
1. Human (Intro)
2. Into the Crypts of Rays
3. Morbid Tales
4. Procreation (Of the Wicked)
5. Return to the Eve
6. Nocturnal Fear
7. Innocence and Wrath
8. The Usurper
9. Dawn of Meggido
10. Circle of the Tyrants
11. Fainted Eyes
12. Necromantical Screams
13. Jewel Throne
14. Eternal Summer
15. Suicidal Winds (Emperor’s Return EP)
16. Visual Aggression (Emperor’s Return EP)
17. Mexican Radio
18. Inner Sanctum
19. Tristesses de la Lune
20. I Won’t Dance (The Elders’ Orient)
21. In the Chapel In the Moonlight
22. The Inevitable Factor (Alternate Vox)
23. The Heart Beneath
24. Wine in My Hand (Third from the Sun)
25. Wings of Solitude
26. Nemesis
27. Journey Into Fear (Emperor’s Return EP Recording Sessions)