Broadside sind laut „Alternative Press“ eine der „100 Bands you need to know in 2015“. Das und die Veröffentlichung auf Victory Records setzt meine Erwartungen recht hoch an.

Ich kann schon vorab sagen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt, aber die Befürchtungen bestätigt wurden.

Die Band soll für Fans von A Day to Remember, New Found Glory und Co. Ein Leckerbissen sein, also genau das richtige für mich. Dachte ich so bei mir.

Ok, man kann im PopPunk keine Überraschungen erwarten. Das war mir seit den 90ern klar, aber schon der Opener „A Place to lay your Head“ ist so überraschend, wie Trottel auf RTL2. Recht schneller, hochmelodischer PopPunk, wie er von einer der tausend Abi-Bands gespielt wird. Und ich muss leider sagen, dass mir die besagten Abi-Bands meistens mehr Spaß machen.

Man hört das Handwerk und die Professionalität natürlich deutlich raus, was vielen kleinen Bands fehlt. Aber um ein Album auf so einem renomierten Label wie Victory Records zu veröffentlichen, bedarf es doch schon ein wenig mehr. Dachte ich zumindest.

Leicht enttäuscht lässt mich also Song Nummer 1 zurück, um mich mit „A Better Way“ hoffen zu lassen. Aber den „Better Way“ seh ich hier nicht.
Es entsteht eher der Eindruck, als hätte hier ein Produzent einen Bauplan für PopPunk, Basecaps und Chucks verteilt und los geht es.

Diese Art von Musik kann und darf sich nicht zu ernst nehmen, was wie gerufen für 18jährige Kids mit NoFx-Shirts kommt, die gerne feiern, dämliche Witze auf der Bühne reissen und Punkrock machen. Genau so klingt es bei Broadside leider nicht. Sondern eher als würde man den Protagonisten anhören, dass sie alle aus einer komplett anderen musikalischen Ecke kommen.

Natürlich kenn ich die Herren nicht, aber auf mich macht diese Platte nicht den Eindruck als würde man Musik machen, weil es Spaß macht. Sondern eher als würde man mit ausgelatschten Pfaden berühmt werden wollen.

Aber bei aller Kritik ist nicht von der Hand zu weisen, dass es sich hier um eine fett produzierte Platte mit allem was das PopPunk-Herz begehrt handelt. Sing a Longs, catchy Melodien, schnelle Gitarren.

Für Freunde und Sammler bestimmt kein Fehlkauf, aber für mich leider nichts. Zu schnell hat man die gehörten Songs wieder vergessen.

broadside
1. A Place to lay our head
2. A better way
3. Human Machines
4. Playing in Traffic
5. Storyteller
6. Come & Go
7. Coffee Talk
8. The Simple Type
9. Damaged Kids
10. A light in the dark
11. Old Bones

 

http://www.victoryrecords.com/broadside

Broadside - Old Bones (Victory Records, 20.05.2015)
2.5Gesamtwertung