Brian Fallon ist wieder da. Und wie!

Als großer Fan von „Blue Jeans“ und „Sailortattoos“ Pathos, habe ich die ersten Veröffentlichungen von Gaslight Anthem verschlungen, die Vinyl bis zum Erbrechen gehört und am Ende war Brian Fallon der Typ, von dem ich immer sagte „Der einzige Kerl mit dem ich Durchbrennen würde!“. Leider kam dann „Get Hurt“ und wo sich einige Fans schon bei „Handwritten“ oder sogar bei „American Slang“ (dem Hit-Album) verabschiedeten, hat es mich erst mit diesem Stück Popmusik vergrault.

Brian selbst sagt zu Painkillers:

„Ich hatte das Gefühl, wirklich genau das Richtige zu tun: Es war die richtige Sache, der richtige Moment, der richtige Sound. Alles stimmte daran. Ein echt gutes Gefühl war das, so als ob ich meine ganze Karriere schon auf dieses eine Album hingearbeitet hätte – und nun war endlich der Moment gekommen, das alles raus zu lassen.“

Bei jedem anderen Songwriter hätte ich das als das übliche PR-Gequatsche abgetan, aber der Liebling vom „Boss“ ist einfach echt und macht was er liebt. Und das hört man und spürt man mit jeder Faser seines Körpers, wenn man sich darauf einlässt.

Mit seinen Songs war es schon immer die Besonderheit, dass ich sie überall zu hören bekomme. In der Indiedisco des Szeneviertels und in der Bikerbar an der Ecke zwischen Maiden-Shirts und Bierbäuchen. Es funktioniert einfach und jeder Musikfan kann und will sich dieses wild romantische „Handwritten“-Ding anhören. Schließlich ist das auch nicht unschuldig an der Namesfindung dieses Onlinemagazins.

Der gute Herr Fallon hat hier 12 Songs geschrieben, die er selbst als „Couch-Songs“ beschreibt. Da setzt sich ein Typ auf das heimische Sofa und schreibt mit seiner Akustikgitarre Songs. Und man hört jedem einzelnen davon an, dass er auch genau so funktionieren würde. Falls da Bedarf ist, würde ich natürlich mein Sofa zur Verfügung stellen bei Gelegenheit.

Live wird er die Songs aber mit alten Bekannten und Weggefährten vorstellen. Und zwar sind das Alex Rosamilia (The Gaslight Anthem), Ian Perkins (The Horrible Crowes) und Catherine Popper (Molly & The Zombies).

Mich persönlich beschleicht in den Songs das Gefühl, dass hier weniger das oft angesprochene „Punk und Hardcorefeeling“ mitschwingt, sondern eher Klassiker wie Springsteen mitschwingen. Viele Songwriter versuchen sich in diesem Sound, aber keinem nehme ich das so ab wie Brian Fallon. Dieses Gefühl, diese Gänsehaut bei Songs wie „Rosemary“ konnte mir noch kein anderer Musiker zaubern.

Zwar schwärme ich als in die Jahre gekommener Fanboy ganz gerne mal für Musiker und bestimmte Platten, aber was Brian Fallon mit diesem Album schafft, hat lange keiner geschafft.

Von mir also nicht bloß eine Kaufempfehlung, sondern der Hinweis auf Kaufpflicht! Die Platte ist echt groß!

Brian-Fallon-Painkillers-Albumcover

  1. A Wonderful Life
  2. Painkillers
  3. Among Other Foolish Things
  4. Smoke
  5. Steve McQueen
  6. Nobody Wins
  7. Rosemary
  8. Red Lights
  9. Long Drives
  10. Honey Magnolia
  11. Mojo Hand
  12. Open All Night

 

 

Brian Fallon - Painkillers (Island/Universal, 11.03.2016)
5.0Gesamtwertung